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Politik Awo Hessen-Süd: Gemeinnützigkeit für drei Jahre aberkannt
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15:22 11.03.2022
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Frankfurt

Für diesen Zeitraum müssen daher Steuern nachgezahlt werden, wie der Bezirksverband am Freitag in Frankfurt mitteilte. "Die Feststellungen des Finanzamts halten wir für zutreffend. Sie sind die logische Folge von mehreren Geschäftsvorfällen, mit denen der AWO Vermögen entzogen wurde und sich damalige Funktionsträger persönlich bereichert haben", erklärte der Geschäftsführer der AWO Hessen-Süd, Ulrich Bauch.

Grund für die Aberkennung der Gemeinnützigkeit sei vor allem der Verkauf von AWO-Immobilien an Kommanditgesellschaften, hieß es. Dabei geht es vor allem um den Verkauf zweier Seniorenheime, die einem Gutachten zufolge erheblich unter dem tatsächlichen Verkehrswert verkauft wurden, wie der Verband im Januar mitgeteilt hatte. Auch von überhöhten Beraterhonoraren war damals die Rede. Der Bezirksverband hatte deshalb Schadenersatzklage unter anderem gegen ihren ehemaligen Vorsitzenden und ihren ehemaligen Generalbevollmächtigten eingereicht.

Mit der Entscheidung des Finanzamts habe man gerechnet und sei darauf vorbereitet, sagte Bauch. "Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit hat keine Auswirkungen auf die Betreuungsleistungen in unseren Einrichtungen. Wir setzen den rechtlichen und wirtschaftlichen Sanierungskurs unverändert fort." Zu der Summe der Steuernachzahlung mache man keine Angaben, sagte eine Sprecherin des Bezirksverbands auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits im vergangenen Jahr hatte auch der Frankfurter Awo-Kreisverband rückwirkend die Gemeinnützigkeit für die Jahre 2014 bis 2017 verloren.

© dpa-infocom, dpa:220311-99-481436/2

dpa