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Politik Auschwitz-Komitee: Lübcke-Prozess ist "Nagelprobe"
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17:32 15.06.2020
Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank eines Verhandlungssaals. Quelle: Uli Deck/PoOL/dpa/Symbolbild
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Berlin/Frankfurt/Main

"Nach jahrzehntelangen Versäumnissen und Verschleppungen bei der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen, der Endlos-Tragödie des NSU-Prozesses und der Zeit, die sich vielerorts deutsche Gerichte lassen, rechtsextreme Vergehen zu verhandeln, ist dieser Prozess eine Nagelprobe für die deutsche Demokratie", betonte Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident der Organisation von Holocaust-Überlebenden und ihrer Nachkommen, am Montag in Berlin.

Die mutmaßlichen Täter - außer dem als Mörder Lübckes angeklagten Stephan E muss sich ein zweiter Angeklagter wegen Beihilfe vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten - seien von "derselben Ideologie vergiftet, der auch die Mörder in den deutschen Konzentrationslagern angehangen haben", sagte Heubner. "Wir hoffen sehr, dass dieser Prozess auch deutlich machen wird, dass man über Jahre hinweg bei der Polizei und anderen staatlichen Institutionen rechtsextremen Hass in der Gesellschaft und auch in den eigenen Reihen viel zu schläfrig und gleichgültig verfolgt und bewertet hat." Nach Walter Lübcke, nach Halle und Hanau sei es Zeit, aufzuwachen. Der Prozess könne dabei einen entscheidenden Beitrag leisten.

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dpa

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