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Angeklagter in Folter-Prozess sagt weiter aus
Angeklagter in Folter-Prozess sagt weiter aus
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15:17 08.02.2022
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Frankfurt/Main

in Erfahrung zu bringen. Unter anderem ging es um ein Wehrdienstheft, in dem verzeichnet ist, in welchen Militärkrankenhäusern der Angeklagte zwischen März 2011 und März 2013 eingesetzt war. Zu den Vermerken sagte der Angeklagte, sie stimmten teilweise inhaltlich nicht. Das Wehrdienstheft soll nun von einem Sachverständigen nochmals übersetzt und anschließend erneut im Prozess thematisiert werden.

Die Anklage wirft Alaa M. vor, zwischen April 2011 und Ende 2012 in Syrien im Militärkrankenhaus in Homs sowie im Gefängnis der Geheimpolizei Teilnehmer von Protesten gegen die syrische Regierung gefoltert und ihnen schwere körperliche sowie seelische Schäden zugefügt zu haben. In einem Fall wird ihm vorgeworfen, einen Gefangenen mit einer Injektion getötet zu haben.

Alaa M. hatte vor dem Oberlandesgericht eingeräumt, unter anderem als Assistenzarzt in einem Militärkrankenhaus im syrischen Homs sowie in Damaskus gearbeitet zu haben und dort Zeuge von Misshandlungen Gefangener gewesen zu sein. Auch habe er Schreie aus dem Zimmer gehört, in dem inhaftierte Patienten an ihre Betten gefesselt lagen. Er bestritt aber, selbst gefoltert zu haben.

© dpa-infocom, dpa:220207-99-18293/3

dpa