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Politik Angeklagter berichtet in Lübcke-Prozess über Vorstrafen
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13:46 05.11.2020
Der Hauptangeklagte Stephan Ernst wird in den Verhandlungssaal geführt. Quelle: Boris Roessler/dpa-Pool/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Zudem befragten die Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main Stephan Ernst zu einem Messerangriff, bei dem er einen Mann türkischer Herkunft schwer verletzt hatte. Auch hatte er Feuer im Keller eines von Türken bewohnten Mehrfamilienhauses gelegt.

Der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst soll den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 erschossen haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Motiv aus. Ernst war bei seiner Festnahme im Juni 2019 bereits polizeibekannt - unter anderem im Zusammenhang mit rechtsextremistisch motivierten Taten.

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Ernst begründete zwei der Taten mit Provokationen, die von der jeweils anderen Seite ausgegangen seien. Vor dem Messerangriff in der Bahnhofstoilette in Wiesbaden 1992 habe er sich von dem Opfer sexuell belästigt gefühlt. Ernst erhielt eine Bewährungsstrafe. Das Feuer habe er 1989 gelegt, da in dem Haus ein gewaltbereiter Mitschüler mit türkischen Wurzeln gewohnt habe.

Er habe einen türkischen Freund gehabt, der ihn nach einem gemeinsamen Einbruch bei der Polizei verraten habe. Danach habe er sich gedacht: "Jetzt zeig ich's Euch, jetzt gehe ich auf die andere Seite". Damit sei "die rechtsextreme Seite" gemeint, sagte Ernst auf Nachfrage. Dies und eine inzwischen verallgemeinerte ausländerfeindliche Einstellung seien die Motivation für den Bau der Rohrbombe gewesen, die er 1993 vor einem Auto an der Asylbewerber-Unterkunft platziert habe. Ernst wurde zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt. In der Untersuchungshaft schlug er einen türkischstämmigen Mitgefangenen mit einem Stuhlbein. Dieser habe ihn zuvor bedroht, sagte Ernst.

dpa