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Politik An A49-Trasse: Aktivisten wegen Unterkühlung in Klinik
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15:42 12.02.2021
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Homberg/Ohm

Darunter waren auch Spezialkräfte, die vier Menschen aus Bäumen zu Boden holten. Zwei weitere Personen hätten sich am Boden aufgehalten. Fünf der sechs Aktivisten wurden zu einer Polizeistation gebracht und nach der Identitätsfeststellung wieder entlassen. Sie sollten Platzverweise erhalten.

Die Polizei entfernte auch etwa ein halbes Dutzend Plattformen. Zudem sei ein Camp errichtet und Lagerfeuer entzündet worden - beides stelle Ordnungswidrigkeiten dar, wie die Polizei erklärte. Um den Einsatz von Arbeitsmaschinen zu ermöglichen, seien zudem "einige wenige Bäume" gefällt worden, hieß es. Nach der Räumung habe die zuständige Forstbehörde zudem festgestellt, "dass mehrere Bäume durch die errichteten Strukturen und Seilverstrebungen erheblich beschädigt worden" seien. "Da diese in genanntem Zustand eine Gefahr darstellten, mussten sie im Anschluss gefällt werden", erklärte die Polizei.

Im Maulbacher Wald sowie im nahe gelegenen Dannenröder Forst und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 gefällt worden. Dagegen protestieren Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten, die Schritt für Schritt von der Polizei entfernt wurden. Zwischenzeitlich waren nach Polizeiangaben im Maulbacher Wald etwa sechs bis sieben Plattformen neu entstanden, in denen die Aktivisten teils ausharrten.

"Auch aufgrund der aktuellen Witterung begeben sich die Ausbaugegner in den Bäumen in große Gefahr", hieß es in einer Polizeimitteilung. So mussten bereits am Donnerstag zwei Menschen wegen Unterkühlung behandelt und ins Krankenhaus gebracht werden, auch am Freitag waren sie weiterhin in der Klinik, wie der Polizeisprecher sagte. Für Homberg/Ohm wurden auch in der Nacht zum Samstag Temperaturen im zweistelligen Minusbereich erwartet.

Umwelt- und Klimaschützer halten das Autobahnprojekt für verfehlt, weil es einer umweltfreundlichen Verkehrswende entgegenstehe. Befürworter versprechen sich dagegen eine bessere Anbindung ans Straßennetz und weniger Lärm und Verkehrsbelastung in Dörfern der Region. Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

© dpa-infocom, dpa:210212-99-411129/4

dpa