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Politik Rund 3500 Menschen demonstrieren friedlich gegen AfD
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21:13 22.08.2018
Ein Polizist steht vor den Demonstranten, die gegen die AfD protestieren. Foto: Frank Rumpenhorst
Ein Polizist steht vor den Demonstranten, die gegen die AfD protestieren. Foto: Frank Rumpenhorst
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Darmstadt

Einige tausend Menschen haben am Mittwochabend in Darmstadt friedlich gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD demonstriert. An dem Protestzug vom zentralen Luisenplatz zur Orangerie, wo die AfD eine Kundgebung mit dem Bundesvorsitzenden Alexander Gauland abhielt, beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 3500 Menschen. "Es war bunt und friedlich", sagte ein Polizeisprecher über den Protest.

Bei einem "Fest der Vielfalt" vor der Orangerie sagte der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), Menschen mit Migrationshintergrund machten die Stadt stark, "weil wir beweglich bleiben". Er fügte hinzu: "Wir müssen uns argumentativ auseinandersetzen mit denen, die einfache Antworten haben; versuchen zu verstehen, dass manche Angst haben und denen widerstehen, die anderen Angst einjagen." Darmstadt stehe in der Tradition von Vielfalt, Toleranz und Solidarität.

Die AfD-Kundgebung in der Orangerie wurde nach Veranstalterangaben von etwa 400 Menschen besucht. Das Pfeifkonzert der Gegendemonstranten war bis in das Gebäude zu hören. Die Rede von Gauland wurde einige Male lauthals von Demonstranten im Saal unterbrochen.

Die AfD werde bei den Wahlen in Hessen und Bayern "mit einem deutlich zweistelligen Resultat in den Landtag ziehen", kündigte Gauland an. "Die AfD ist so etwas wie das Fieberthermometer Deutschlands." Und: "Wenn wir weiter so wachsen, werden wir mittelfristig für dieses Land Verantwortung übernehmen müssen." Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), den er noch von früher als "schwarzen Sheriff" kenne, habe jeden Anspruch auf Gestaltung verwirkt.

Am Tag zuvor hatten Unbekannte ein Fenster des Orangeriesaals eingeworfen und dort stinkende Buttersäure verbreitet. Auch Kreideschmierereien am Einfahrtstor und im Garten der Orangerie gab es. Bereits am Montag hatte es Farbschmierereien an der Mauer eines jüdischen Friedhofs sowie ein entrolltes Banner an einer Brücke gegeben. Diese Vorfälle stehen nach Erkenntnissen der Polizei ebenfalls mit der Veranstaltung im Zusammenhang. Bei den Ermittlungen zu der Sachbeschädigung gebe es noch keine Ergebnisse, sagte eine Sprecherin der Ermittler.

Da kein Gesundheitsrisiko bestehe, gebe es keine Einschränkungen für das AfD-Treffen. Für die Sicherheit im Gebäude sei der Veranstalter zuständig. Die Polizei sei draußen vor Ort, um einen friedlichen Ablauf zu sichern.

dpa