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Politik A49: Übergabe gerodeter Flächen an Baugesellschaft steht an
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07:10 16.02.2021
Mit Zäunen und Nato-Draht geschützt ist die gerodete Waldfläche für den Weiterbau der Autobahn 49 bei Dannenrod.
Mit Zäunen und Nato-Draht geschützt ist die gerodete Waldfläche für den Weiterbau der Autobahn 49 bei Dannenrod. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Homberg/Ohm

Den Zeitplan werde man voraussichtlich einhalten können, falls nicht, werde es eine Einigung mit dem Auftragnehmer geben, sagte ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit liefen noch letzte Nacharbeiten wie das Entasten und der Abtransport gerodeter Baumstämme.

Ende Februar endet die Fällperiode, die wegen der Brut- und Setzzeit von Tieren von 1. Oktober bis 28. Februar läuft. Für das Projekt war die A 49 Autobahngesellschaft mbH & Co. KG gegründet worden, an der ein Tochterunternehmen des österreichischen Baukonzerns Strabag sowie die Meridiam Investments SAS zu je 50 Prozent beteiligt sind. Es handelt sich um ein Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft mit einer Laufzeit von 30 Jahren seit 1. September 2020.

Zuletzt hatte die Polizei Plattformen und Barrikaden im Maulbacher Wald nahe Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) geräumt, die Umwelt- und Klimaschützer dort errichtet hatten. Im Maulbacher Wald sowie im nahe gelegenen Dannenröder Forst und im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) waren Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 gefällt worden. Dagegen protestieren die Umwelt- und Klimaschützer, die vor allem im Dannenröder Forst zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten, die im vergangenen Herbst Schritt für Schritt von der Polizei entfernt wurden.

Die A49-Gegner halten das Autobahnprojekt für verfehlt, weil es einer umweltfreundlichen Verkehrswende entgegenstehe. So erklärte Barbara Schlemmer, Sprecherin des Aktionsbündnis "Keine A49" und Grünen-Kommunalpolitikerin, der Weiterbau der Autobahn bedeute "immer noch eine unkalkulierbare Gefahr für das Grundwasser. Das halten wir nach wie vor für unverantwortlich." Befürworter versprechen sich dagegen von der Autobahn eine bessere Anbindung ans Straßennetz und weniger Lärm und Verkehrsbelastung in Dörfern der Region. Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

© dpa-infocom, dpa:210216-99-458406/2

dpa