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Politik Proteste gegen Weiterbau der Autobahn 49 fortgesetzt
Mehr Hessen Politik Proteste gegen Weiterbau der Autobahn 49 fortgesetzt
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17:41 03.10.2020
Teilnehmer starten zur Fahrrad-Demo vor dem Kasseler Hauptbahnhof. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Kassel/Homberg/Ohm

Mit einer Fahrraddemonstration und einer Baustellenbesetzung haben Aktivisten ihre Proteste gegen den Ausbau der Autobahn A49 in Nord- und Mittelhessen am Samstag fortgesetzt. Zu Auseinandersetzungen oder Festnahmen sei es nicht gekommen, berichtete ein Sprecher der Polizei. Die Rodungs- und Räumarbeiten waren das Wochenende über ausgesetzt worden.

Am Morgen waren rund 100 Radfahrer in Kassel aufgebrochen, um über ein bereits fertiggestelltes Teilstück der umstrittenen Autobahn zum Dannenröder Forst zu fahren, der wie weitere Waldstücke für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn in Richtung Gießen gerodet werden soll. Die Polizei begleitete mit Motorrädern auf der genehmigten Route den Tross, der im Laufe des Tages auf mehr als 300 Teilnehmer anwuchs. Für den übrigen Verkehr wurde die Fahrbahn Richtung Süden gesperrt. Zu größeren Behinderungen sei es wegen des dünnen Feiertagsverkehrs aber nicht gekommen.

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Am Ausbauende der A49 bei Neuental wurde dann am Nachmittag eine Baustelle besetzt, an der seit einiger Zeit wieder gearbeitet worden war. Man habe dort ein Zeltlager aufgestellt, teilten die Demonstranten am Samstag mit. Nach eigenen Angaben haben die Demonstranten auch so genannte Tripods errichtet - das sind einfache dreibeinige Türme, an deren Spitze sich Personen mit Gurten einhängen können.

Die Polizei beobachtete dem Sprecher zufolge die Lage und griff nicht ein. Es sei zu keinen Sachbeschädigungen gekommen und es habe auch keine anderen Anlässe zum Eingreifen gegeben, so der Polizeisprecher. Gegen Abend hätten viele Teilnehmer die Baustelle wieder verlassen.

Man fordere weitaus mehr als nur den Schutz der Wälder und den Erhalt von schützenswerten Lebensräumen vor Ort, erklärten die Besetzer. Sie verlangten eine umfassende Verkehrswende mit einer Abkehr vom motorisierten Individualverkehr und einer Umorganisierung von Verkehrs- und Transportwegen. Besonders in der Kritik standen erneut die hessischen Grünen, die als Koalitionspartner der CDU in der hessischen Landesregierung den höchstrichterlich beschlossenen Ausbau umsetzen müssen.

Baustellenbesetzung und Fahrraddemo gehörten zu einer Vielzahl von Protestaktionen, mit denen die am Donnerstag begonnenen Rodungsarbeiten begleitet werden. Am Samstag gab es zudem einen Spaziergang mit rund 100 Teilnehmern in dem ebenfalls zur Rodung vorgesehenen Maulbacher Wald. Nach dem Lückenschluss zur A5 soll die A49 die Städte Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

dpa