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Politik Sieben-Tage-Inzidenz in Offenbach fast bei 350
Mehr Hessen Politik Sieben-Tage-Inzidenz in Offenbach fast bei 350
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16:22 11.11.2020
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Wiesbaden/Offenbach

Das Coronavirus beschäftigt die Menschen weiterhin auf allen Ebenen. Diskutiert wird über die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, Tests für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und drohende Schulschließungen. Am Mittwoch kamen laut Robert Koch-Institut (RKI) 1722 neue gemeldete Fälle in Hessen hinzu (Stand: 0.00 Uhr). 23 Menschen starben der Statistik zufolge in Hessen binnen eines Tages mit oder an dem Virus.

In Offenbach lag die Sieben-Tages-Inzidenz nach Angaben der Stadt am Mittwoch bei 343,9. 735 Offenbacher waren aktuell infiziert, elf von ihnen lagen im Krankenhaus. Hessenweit zählte das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin am Mittwoch 274 Corona-Patienten auf Intensivstationen, 147 von ihnen wurden beatmet (Stand 14.00 Uhr). 387 Intensivbetten waren am Mittwoch noch frei, danach gäbe es noch eine Notfallreserve von knapp 1000.

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Die SPD-Fraktion im hessischen Landtag forderte eine umfassende Teststrategie für alle Beschäftigten in der hessischen Krankenversorgung. "Wenn sie die stationäre Versorgung sichern und stärken wollen, schützen und unterstützen sie die Beschäftigten", sagte die Gesundheitsexpertin der Sozialdemokraten, Daniela Sommer, am Mittwoch in Richtung Landesregierung.

Die meisten Hessen sind einer Umfrage zufolge mit dem Corona-Krisenmanagement der Landesregierung zufrieden, auch wenn viele einzelne Einschränkungen kritisch sehen. Nach der am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Erhebung des Instituts infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks stimmen 93 Prozent der Maskenpflicht in Geschäften, im Nahverkehr sowie an öffentlichen Orten zu. Eine knappe Mehrheit befürwortet auch die Schließung von Restaurants, Bars und Kneipen, 44 lehnen diese Maßnahme hingegen ab. Die Kontaktbeschränkungen werden von 84 Prozent der Befragten befürwortet. Dass Kinos, Theater und Museen schließen mussten, wird von 58 Prozent der Befragten befürwortet, 40 Prozent lehnen das ab.

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, hält Schulschließungen für unnötig. "Es gibt überhaupt keinen Grund, Schulen zu schließen", sagte der Seuchenexperte im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch). "Diese Entscheidung hatte schon im Frühjahr kaum einen Anteil daran, dass die Zahlen gesunken sind." Forderungen in dieser Richtung seien "eine Entscheidung der Politik, für die es keine infektiologische Notwendigkeit gibt".

Eine Woche nach den Ausschreitungen in Leipzig wollen Kritiker der Corona-Maßnahmen in Frankfurt auf die Straße gehen. Laut Ordnungsamt sind am Samstag 500 Teilnehmer für einen Demozug angemeldet und 2000 für eine Kundgebung in der Innenstadt.

dpa