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Panorama Drei bestätigte Coronavirus-Infizierte in Hessen
Mehr Hessen Panorama Drei bestätigte Coronavirus-Infizierte in Hessen
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08:22 29.02.2020
Eine Krankenschwester betrachtet in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske zwei Abstrichröhrchen. Quelle: Bernd Thissen/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

In Hessen sind mittlerweile drei Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten, einem 31-Jährigen aus dem Lahn-Dill-Kreis. Der Landkreis Gießen informierte ebenfalls am Freitagabend darüber, dass bei einer 1996 geborenen Frau das Virus nachgewiesen worden sei. Der Fall stehe im Zusammenhang mit einem Coronavirus-Fall in NRW.

Die Frau zeige derzeit milde Krankheitszeichen. Sie werde vom Gesundheitsamt betreut. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt, mit welchen Personen sie Kontakt hatte. Am Samstag soll es um 13.00 Uhr in Gießen auf einer Pressekonferenz mehr Informationen geben - unter anderem von Landrätin Anita Schneider.

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Aus dem Lahn-Dill-Kreis hieß es, der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert. Er werde vom Gesundheitsamt betreut, sein Zustand regelmäßig kontrolliert. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt, ob es Kontaktpersonen gebe, die der Mann angesteckt haben könnte. Weitere Informationen will das Landratsamt am Samstag um 11 Uhr bei einer Pressekonferenz in Bad Homburg mitteilen.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich ein 31-Jähriger aus Wetzlar mit Sars-CoV-2 infiziert hat. Er war auf einer Dienstreise in der Lombardei unterwegs gewesen und meldete sich nach seiner Rückkehr im Gesundheitsamt. Der Mann wird im Klinikum Wetzlar in einem Isolierzimmer behandelt. Sein Gesundheitszustand sei stabil, er sei nicht schwer erkrankt, sagte Landrat Wolfgang Schuster (SPD) am Freitag.

Der Fall aus dem Lahn-Dill-Kreis war der erste in Hessen - abgesehen von Rückkehrern aus dem chinesischen Wuhan, die auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und dort getestet worden waren. Anfang Februar hatte die Bundeswehr 126 Deutsche und ihre Angehörigen mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Millionenmetropole Wuhan in China zurückgeholt. Bei zwei Rückkehrern wurde anschließend Sars-CoV-2 festgestellt. Sie wurden in die Uniklinik Frankfurt gebracht und dort Mitte Februar wieder entlassen. Die anderen Rückkehrer mussten zwei Wochen in Quarantäne in einer Bundeswehrkaserne in Germersheim in Rheinland-Pfalz verbringen.

Deutschlandweit mehren sich die Fälle von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die meisten Betroffenen haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine. Doch 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) schwer. Dann drohen Atemprobleme oder eine Lungenentzündung.

In Deutschland gab es bis Freitagvormittag nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens 53 Nachweise von Coronavirus-Infektionen. Über den Tag kamen noch weitere Fälle hinzu.

dpa

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