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Panorama Zahl der gesprengten Geldautomaten in Hessen bleibt hoch
Mehr Hessen Panorama Zahl der gesprengten Geldautomaten in Hessen bleibt hoch
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06:16 27.05.2019
Ein gesprengter Geldautomat in einer SB-Filiale der Deutschen Bank. Quelle: Arne Dedert/Archivbild
Wiesbaden

Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres haben Kriminelle versucht, in Hessen 26 Geldautomaten zu sprengen. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) waren sie dabei bis zum Stichtag am 7. Mai ganze 19 Mal erfolgreich. Siebenmal gingen sie leer aus. Im Jahr 2018 gab es insgesamt 43 Sprengversuche, um an Bargeld zu gelangen. Dabei wurden 31 Geldautomaten tatsächlich gesprengt. Damit bleibt die Zahl solcher Verbrechen auch in der Gegenwart auf einem hohen Niveau, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt auf Anfrage der dpa mitteilte.

Entsprechende Taten der vergangenen Tage - in Fulda und Friedberg - waren noch nicht in der Statistik aufgeführt. Die Verluste bewegten sich in Millionenhöhe, hieß es vom LKA. In den vergangenen Jahren gingen die Behörden davon aus, dass zumeist Banden am Werk waren, die häufig aus dem Ausland stammten. Dies habe sich relativiert, wie es von der Generalstaatsanwaltschaft heißt. "Wir gehen davon aus, dass es mittlerweile auch zunehmend Nachahmer aus dem Inland gibt", sagte der Sprecher. Das notwendige Wissen für solche Sprengungen werde auch über das Internet verbreitet. Täter leiten oft Gas oder ein Gasgemisch in den Automaten ein, um es dann zur Explosion zu bringen.

Die Sprengungen richten teilweise größere Schäden an als der Diebstahl des Geldes. Das zeige, wie groß die Risiken solcher explosiven Beutezüge sind. "Es besteht die Gefahr, dass unbeteiligte Menschen aber auch die Täter selbst durch die Sprengungen verletzt werden", sagte der Behördensprecher. Auch steige bei Automatensprengungen das Brandrisiko für Bankgebäude und Nachbarhäuser. Zwar seien die Geldhäuser gegen Schäden versichert. Wenn ein Institut häufiger ins Visier der Kriminellen gerate, könne der Versicherungsbeitrag aber steigen. Die Täter setzten Banken und Sparkassen damit unter Zugzwang.

Hauptziel einer jeden Bank oder Sparkasse bleibe es, die konkrete Gefahr eines Angriffs auf Geldautomaten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, heißt es von der Deutschen Kreditwirtschaft. "Jedes Kreditinstitut trifft hierbei eigenständig bauliche und sicherheitstechnische Entscheidungen, um die standortspezifischen Risiken zu minimieren", teilte eine Sprecherin in Berlin mit.

Die Investitionen in diesem Bereich sind den Angaben zufolge erheblich. So kämen etwa moderne Einbruchmeldetechnik, Videoübertragung und Abriss- und Erschütterungsmelder zum Einsatz. Auch nutze man Systeme, mit denen bei einer Sprengung Banknoten eingefärbt werden, sowie Gasdetektoren. Um Angriffen auf Geldautomaten im Vorfeld vorzubeugen, würden besonders gefährdete Standorte außerdem in der Nacht geschlossen, hieß es weiterhin.

dpa

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