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Panorama Baptisten-Gemeinde räumt Fehler ein - Kaum neue Infektionen
Mehr Hessen Panorama Baptisten-Gemeinde räumt Fehler ein - Kaum neue Infektionen
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17:51 25.05.2020
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Frankfurt/Kassel/Darmstadt

Bei einem Gottesdienst einer Baptisten-Gemeinde in Frankfurt vor zwei Wochen wurden offenbar doch nicht alle Schutzregeln eingehalten. Ein am Montag auf der Webseite der Gemeinde veröffentlichtes Schreiben räumt Versäumnisse ein: "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten", hieß es in der Stellungnahme der "Evangeliums Christen Baptisten". Nach Bekanntwerden von mehr als 100 Covid-19-Infektionen im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt hatte die Gemeinde zunächst betont, alle Schutzregeln seien eingehalten worden.

Unterdessen kündigten Kirchen in Hessen an, an ihren Gottesdienstplänen festzuhalten. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat nach Angaben ihres Sprechers Volker Rahn vor Christi Himmelfahrt und damit vor Bekanntwerden der Infektionen bei den Baptisten noch einmal alle Gemeinden zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen aufgefordert. "Wir sehen aktuell keinen Anlass dazu, unsere Regelungen grundsätzlich zu überarbeiten oder infrage zu stellen. Wir sind nicht entspannt, bleiben aber ruhig", erklärte auch der Limburger Bistumssprecher Stephan Schnelle.

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LUFTHANSA-RETTUNG

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kritisiert mögliche Pläne der EU-Kommission, die Rettung der Lufthansa in der Corona-Krise nur unter hohen Auflagen zu genehmigen. Die Forderungen seien "in diesem Zusammenhang sachfremd und schaden dem Luftverkehrsstandort Deutschland", erklärte er am Montag auf dpa-Anfrage in Wiesbaden. Wie das "Handelsblatt" berichtete, plant die EU-Kommission, der Lufthansa wertvolle Start- und Landerechte an den Hauptstandorten Frankfurt und München zu nehmen. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern einer CDU-Präsidiumsschalte bestätigt.

BETRUGSVERDACHT BEI CORONA-HILFEN

Die Strafverfolgungsbehörden in Hessen haben mehr als 50 Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts bei der Beantragung staatlicher Corona-Soforthilfen eröffnet. Die bisherigen Ermittlungen hätten jedoch "keine Anhaltspunkte auf systematisch agierende, zusammenhängende Tätergruppierungen ergeben", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Montag mit. Insgesamt gebe es bislang etwa 150 bis 200 Verdachtsfälle, sagte ein Sprecher der Behörde. Mitunter existierten Unternehmen, für die Hilfsgelder beantragt werden, gar nicht oder die Mitarbeiterzahl werde im Antrag höher angegeben.

HOCHZEITEN TROTZ PANDEMIE

Die Corona-Pandemie hat Hessens Hochzeitspaare offenbar nicht vom Heiraten abgehalten. In vielen Städten war und ist die Nachfrage nach Trauterminen kaum gebremst, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Kommunen ergab. In Städten wie Darmstadt, Wiesbaden und Gießen veränderte sich die Zahl der Trauungen kaum, in Frankfurt und Kassel ging sie etwas zurück. Allerdings geht aufgrund der Hygiene-Vorgaben der Trend eher zur standesamtlichen Trauung in kleinem Kreis. Die Hochzeitsbranche hat weiter das Nachsehen. "Wir sehen die Saison 2020 als sehr schwierig an und hoffen, dass vielleicht zum Ende der Sommersaison wieder etwas mehr Freiheit möglich ist", sagte Svenja Schirk, Pressesprecherin des Bundes deutscher Hochzeitsplaner.

INFEKTIONSZAHLEN

In Hessen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten am Montag nur einstellig gestiegen. Wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte, sind seit Beginn der Pandemie 9770 Betroffene in der Statistik erfasst worden, 8 mehr als noch am Sonntag. Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, blieb unverändert zum Vortag bei 460. Bei den regionalen Zahlen sind die Städte und Kreise weiterhin deutlich von der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen entfernt. Wenn diese Schwelle erreicht wird, drohen wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

dpa

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