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Panorama Zahl der Corona-Infektionen in Hessen steigt weiter
Mehr Hessen Panorama Zahl der Corona-Infektionen in Hessen steigt weiter
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17:32 02.04.2020
Eine Patientin hält Teströhrchen für einen Abstrichtest und eine Blutprobe in den Händen. Quelle: Kay Nietfeld/dpa/Illustration
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Wiesbaden

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist erneut gestiegen. Registriert wurden bis Donnerstagnachmittag 3882 Fälle. Das waren 300 mehr als noch am Vortag, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die auf den Erreger Sars-CoV-2 zurückgeführt werden, stieg auf 31. Das waren sechs mehr als am Vortag. Dabei werden nur solche Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt werden.

SCHULEN

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Unter strengen Hygieneregeln sind am Donnerstag die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen zu Ende gegangen. An elf Prüfungstagen waren rund 70 000 Abiturprüfungen geschrieben worden. Zum Abschluss hatten die Tests im Fach Biologie auf dem Plan gestanden. "Die schriftlichen Abiturprüfungen haben in diesem Jahr unter besonders schwierigen Bedingungen stattgefunden, die unsere Schulen vor große Herausforderungen gestellt und den Prüflingen auch psychisch einiges abverlangt haben", erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden.

FEIERN IN VIDEOKONFERENZEN STATT IM PARK

Endlich Abi - doch in diesem Jahr kommt nach der letzten Prüfung wegen der Corona-Krise keine traditionelle Feierstimmung auf. Das hessische Kultusministerium hatte gemeinsam mit der Polizei und der Landesschülervertretung an alle Abiturienten appelliert, auf Abifeiern zu verzichten. Wohl mit Erfolg: Bis zum Nachmittag vermeldete die Polizei keine unerlaubten Partys. In Marburg war die traditionelle Abiparade durch die Stadt abgesagt worden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Auch sonst habe es keine Meldungen über Feiern gegeben. Dies bestätigten die Sprecher anderer Polizeistationen im Land. Einem Sprecher der Kasseler Polizei zufolge ist der Goethepark, in dem sich sonst viele Abiturienten zum Feiern getroffen hätten, "sowieso gesperrt".

BUSSGELD

Wer sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht an die strengen Kontaktregeln hält, muss sich ab Freitag hessenweit auf einheitliche Bußgelder einstellen. Je nach Schwere des Verstoßes drohen Zahlungen von 200 Euro bis 5000 Euro, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden mitteilten. Ein Bußgeld etwa kann fällig werden, wenn jemand illegal ein Restaurant betreibt oder das Besuchsverbot in Seniorenheimen missachtet.

LUFTVERKEHR

Wegen ausbleibender Fluggäste in der Corona-Krise schließt der Frankfurter Flughafen eines seiner beiden Passagier-Terminals. Das Terminal 2 bleibe ab dem kommenden Dienstag (7. April) samt Parkhaus vorläufig geschlossen, teilte die Betreibergesellschaft Fraport mit. Die Abfertigung werde dann im Terminal 1 im Bereich B konzentriert. Fraport begründete die Sperrung mit der immer weiter sinkenden Nachfrage.

AUSFLÜGE ZU OSTERN

Angesichts des bevorstehenden frühlingshaften Wochenendes hat die hessische Polizei die Bürger dazu aufgerufen, ihren Beitrag zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie zu leisten. "Die Polizei und die Mitarbeiter der Ordnungsämter werden verstärkt auf die Einhaltung der Regeln achten und konsequent auf Verstöße reagieren", erklärte das Polizeipräsidium Nordhessen in einer landesweiten Mitteilung.

NATUR

Die Folgen der Corona-Krise erschweren die Arbeiten in Hessens stark angeschlagenen Wäldern. "Die Lieferketten von der Holzernte über den Transport bis zum Holzabsatz sind beeinträchtigt und stagnieren teilweise", sagte Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen Forst in Kassel. Durch Stürme und die extreme Dürre der vergangenen Jahre sei eine "hoch brisante Waldschutzsituation" entstanden. Besserung sei nicht in Sicht: "Alles spricht dafür, dass sich der Borkenkäfer wieder massenhaft vermehrt."

EHRENAMT

Um das große ehrenamtliche Engagement in der Corona-Krise zu bündeln, hat die Landesregierung die Aktion "Hessen helfen!" ins Leben gerufen. Auf der Internetplattform www.hessen-helfen.de können Hilfesuchende und freiwillige Helfer zusammenfinden, wie die Landesregierung in Wiesbaden mitteilte. "Es gibt eine große Welle der Hilfsbereitschaft für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind", hieß es.

LANDWIRTSCHAFT

Die Soforthilfen des Landes Hessen für Betriebe, die wegen der Corona-Krise in Finanznot geraten sind, stehen auch Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft zu. Darauf wies Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) in Wiesbaden hin. "Dass die Saisonarbeitskräfte zurzeit nicht kommen können, ist eine zusätzliche Härte für die Bäuerinnen und Bauern", erklärte sie. "Es drohen Ernteausfälle und damit Einkommenseinbußen für die Landwirtschaftsbetriebe, die sich vor allem auf den Obst- und Gemüseanbau spezialisiert haben."

SCHAUSTELLER

Die Corona-Krise macht auch den Schaustellern in Hessen zu schaffen. "Die Stimmung ist natürlich vollkommen gedrückt. Wir waren ja mit bei den Ersten, die es erwischt hat", sagte Roger Simak vom Landesverband der Schausteller in Hessen. Schließlich seien zunächst vor allem die Volksfeste betroffen gewesen, als Veranstaltungen mit über 1000 Personen abgesagt worden sind. Vertagt ist auch die Jubiläumsausgabe der Frankfurter Dippemess. Die 675. Ausgabe hätte am Donnerstag begonnen.

dpa

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