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Panorama Winterschlafplätze für Obdachlose: Hygienekonzept
Mehr Hessen Panorama Winterschlafplätze für Obdachlose: Hygienekonzept
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15:02 26.10.2020
Obdachlose Menschen nutzen die Übernachtungsplätze am Eschenheimer Tor. Quelle: Silas Stein/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Mit Beginn der kalten Nächte richtet die Stadt Frankfurt wieder zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für wohnungslose Menschen ein - in diesem Jahr unter den besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie. In der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor, in der bereits zum dritten Mal in Folge 150 Übernachtungsplätze zur Verfügung stehen, wurde ein Hygienekonzept mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, sagte die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) am Montag. Auch der Kältebus des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten wird wieder unterwegs sein mit Schlafsäcken und heißen Getränken, um diejenigen aufzusuchen, die keinesfalls in den Notschlafstellen übernachten wollen.

Am Eschenheimer Tor wurden vier Luftfilter sowie CO2-Ampeln angeschafft, wie Birkenfeld sagte. Die Schlafplätze seien mindestens 1,50 Meter voneinander entfernt. Beim Betreten der Übernachtungsstelle sowie etwa beim Gang zur Toilette müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden, während die Masken an den eigentlichen Schlafstätten abgenommen werden können.

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In diesem Winter könnten die Mitarbeiter der Einrichtungen zudem von den Erfahrungen während der Lockdown-Phase im Frühjahr profitieren, sagte Birkenfeld. Außer den 150 Übernachtungsplätzen am Eschenheimer Tor stünden 275 Betten in Notübernachtungsstätten und Einrichtungen zur Verfügung. In Frankfurt leben nach Angaben Birkenfelds etwa 100 Menschen aus 71 Nationen dauerhaft auf der Straße, je nach Jahreszeit kämen andere dazu.

"Es gibt eine hohe Fluktuation", sagte Christine Heinrichs, die stellvertretende Geschäftsführerin des Frankfurter Vereins. In der vergangenen Wintersaison sei die Notschlafstelle am Eschenheimer Tor 157 Nächte geöffnet gewesen, bis zum 15. Juli - damit die Obdachlosen auch während des Lockdowns nicht auf der Straße schlafen mussten. Die Folgen der europaweiten Einschränkungen seien auch auf den Straßen von Frankfurt gleich spürbar gewesen: Viele Menschen aus Ost- oder Südosteuropa seien noch schnell in ihre Heimat zurückgekehrt, ehe die Grenzen schlossen. Dennoch seien rund 20 000 Übernachtungen in der Notschlafstätte gezählt worden.

Seit März habe es drei Fälle gegeben, "von denen wir wussten, dass sie positiv sind", sagte eine Sprecherin der Caritas zu Corona-Infektionen. Angesichts der steigenden Infektionszahlen eine überraschend geringe Zahl, die aber auch dem oft isolierten Leben auf der Straße geschuldet ist. "In der Regel haben die Menschen, die obdachlos sind, keine Schnittstellen, wo sie sich infizieren können", sagte Heinrichs. Vorsorge für eventuelle Quarantänefälle wurde bereits im Frühjahr getroffen. Auch jetzt stehen nach Angaben Birkenfelds insgesamt 98 Zimmer in drei Hotels zur Verfügung, um Menschen aus Notunterkünften oder Obdachlosen eine sichere Quarantäne ermöglichen zu können.

dpa