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Panorama Weniger Vermisstenfälle in Hessen
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09:46 24.12.2020
Hinter einer Lupe ist der Schriftzug «Vermisste Person» auf einem Fahndungsaufruf zu sehen.
Hinter einer Lupe ist der Schriftzug «Vermisste Person» auf einem Fahndungsaufruf zu sehen. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Wiesbaden

Entgegen dem Gesamttrend in Hessen im Jahr 2020 seien jedoch erneut mehr weibliche Jugendliche als vermisst gemeldet worden. Auch bei den männlichen Kindern habe es einen leichten Anstieg der Zahlen gegeben, teilte das LKA auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mit.

Bei den Vermisstenfällen von Kindern und Jugendlichen handele es sich überwiegend um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In diesen Fällen wird laut LKA vor allem angenommen, dass sie sich aus ihrer in Hessen zugewiesenen Einrichtung entfernt haben, um in andere EU-Staaten weiterzureisen.

Die Erfahrung der Ermittler zeige zudem, dass es bei den Vermisstenfällen von Kindern und Jugendlichen auch um Minderjährige gehe, die sich freiwillig mehrfach im Jahr kurzfristig aus ihrem sozialen Umfeld entfernen. Sie würden meistens innerhalb einer Woche gefunden dann und zu ihren Erziehungsberechtigten oder den Jugendhilfeeinrichtungen zurückgebracht.

Anfang Dezember waren nach Angaben des Landeskriminalamtes insgesamt noch 109 Vermisstenfälle in Hessen offen. Personen gelten als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben, ihr Aufenthalt unbekannt ist und für sie eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden kann. Das bedeutet, sie können Opfer einer Straftat gewesen sein oder es liegen ein Unglücksfall, Hilflosigkeit oder eine Selbsttötungsabsicht vor. Sind Minderjährige plötzlich verschwunden, gehen die Ermittler zunächst grundsätzlich von einer Gefahr für Leib oder Leben aus.

dpa