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Panorama Weitere Lockerung in Corona-Krise greifen in Hessen
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08:07 15.05.2020
Mitarbeiter des Restaurants «Aurum» bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Wiesbaden

Ein Essen im Restaurant genießen, im Fitness-Club an den Hanteln schwitzen oder auf dem Campingplatz die Seele baumeln lassen: In Hessen greifen ab dem heutigen Freitag weitere Lockerungen in der Corona-Krise. Restaurants, Hotels, Pensionen oder auch Campingplätze können nach Wochen wieder öffnen. Allerdings gelten strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Für Lokale heißt dies: fünf Quadratmetern pro Gast. Auch Freizeitparks, Fitnessstudios, Spielhallen und Casinos öffnen wieder. In den Wettbüros kann auf die ersten Geisterspiele der Bundesliga am Wochenende gesetzt werden.

Die Regelungen für die in der Krise ohnehin schwer gebeutelte Gastronomie und Hotellerie stoßen auf Skepsis. Vor der Öffnung von Hotels für den Tourismus schätzt der Hotel- und Gaststättenverband Hessen (Dehoga) die Lage der Hotellerie im Land als schwierig ein. "Die Stimmung ist insgesamt nicht so gut", sagte die stellvertretende Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, Kerstin Junghans. Mit der aktuellen Verordnung sei es schwierig, überhaupt zu öffnen.

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Der Gästeverkehr fehle wegen geschlossener Grenzen, Reiserestriktionen und Quarantäne-Vorschriften. Die Fünf-Quadratmeter-Regel sei zudem ein "Damoklesschwert" für die Branche. "Wir sind weit entfernt von einem Restart. Aber es ist ein gutes Zeichen, dass es wieder los geht."

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigt vor der Wiedereröffnung der Restaurants Verständnis für die Nöte der Gastronomen. Die Fünf-Quadratmeter-Regel pro Gast sei sehr hart, weil es sich für viele nicht lohne, ihr Restaurant für wenige Gäste überhaupt zu öffnen, sagte er.

Eine Viertklässlerin aus Frankfurt wehrt sich indes beharrlich gegen eine Rückkehr auf die Schulbank. Mit einem Eilantrag vor Hessens oberstem Verwaltungsgericht stemmt sie gegen eine Rückkehr in die Schule am kommenden Montag. "Zur Begründung ihres Antrags beruft sie sich auf Belange des Infektions- und des Gesundheitsschutzes, die in Zeiten der Corona-Pandemie nicht hinreichend gewährleistet seien", erklärte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel. Am heutigen Freitag will der zuständige Senat darüber entscheiden. Das Mädchen hatte schon im April eine Rückkehr der Viertklässler in hessische Grundschulen verhindert.

Die Zahl der Infektionen war indes am Donnerstag weiter gestiegen. Stand 14.00 Uhr lag die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen bei 9169. Nach Angaben des Sozialministerium ist dies ein Plus von 82 Fällen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, stieg um 4 auf 423.

dpa

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