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Panorama Weihnachtsmärkte sehen trotz weniger Besuchern Erfolge
Mehr Hessen Panorama Weihnachtsmärkte sehen trotz weniger Besuchern Erfolge
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06:52 23.12.2021
Ein Kind, das eine Gesichtsmaske trägt, fährt in einem Karussell auf einem Weihnachtsmarkt.
Ein Kind, das eine Gesichtsmaske trägt, fährt in einem Karussell auf einem Weihnachtsmarkt. Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa/Symbolbild
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Kassel/Hanau/Darmstadt

Glühwein, Naschereien und festliche Stimmung: Trotz der Corona-Beschränkungen, weniger Ständen, Kontrollen, reduzierten Öffnungszeiten und Absperrmaßnahmen haben Hunderttausende Menschen in Hessen die Weihnachtsmärkte besucht. In vielen größeren Städten waren die Veranstalter nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur froh, einen festlichen Markt anbieten zu können und zogen teils auch ein positives Fazit. Nach einer Weihnachtszeit im Lockdown 2020 öffneten einige Märkte in diesem Jahr schon Mitte November ihre Stände, andere Städte sagten ihre Märkte wegen Infektionsgefahren direkt ab.

Die Stadt HANAU zeigte sich mit dem Weihnachtsmarkt unter den gegebenen Umständen vollauf zufrieden. Rund 200.000 Besucher wurden an den Buden auf dem zentralen Marktplatz gezählt - deutlich weniger zwar als vor der Pandemie, aber angesichts der aktuellen Lage auch deutlich mehr als erwartet.

Weitere rund 15.000 Menschen kamen zum Künstler-Weihnachtsmarkt "Winter-Gold" im Fronhof am Hanauer Schlossplatz. "Die Mühen, die wir in die Vorbereitung des Weihnachtsmarktes gesteckt haben, haben sich vollauf ausgezahlt", erklärte der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Auch die Ständebetreiber und der Einzelhandel seien froh, dass die Stadt den Weihnachtsmarkt ermöglicht habe, der ein wichtiger Frequenzbringer für die Geschäfte und Gastronomie sei, wie Mehmet Kandemir als Vorsitzender des Hanau Marketing Vereins erklärte. Zum Konzept gehörten eine Umzäunung, Kontrollen sowie die Beschränkung der Besucherzahl auf 1500 Menschen.

Der Veranstalter in KASSEL, Kassel Marketing, machte keine Angaben zu Besucherzahlen und Umsätzen. "Wir sind froh, dass wir die Weihnachtsmarkt-Zeit hatten, sich die Besucher an die Regeln gehalten haben und die Schausteller das alles mitgetragen haben", sagte eine Sprecherin. Man ziehe ein dankbares Fazit. "Gerade zu Beginn unseres Weihnachtsmarktes, als viele andere Märkte abgesagt wurden, war völlig unklar, ob wir die geplanten sechs Wochen überhaupt schaffen." Jetzt sehe es so aus, dass der Markt wie geplant bis zum 30. Dezember geöffnet bleiben könne. "Es war nicht das Jahr für höher, weiter, besser. In diesem Jahr galt das olympische Motto "Dabei sein ist alles.""

Den Markt in FRANKFURT besuchten nach einer Schätzung der Stadt knapp eine Million Menschen, halb so viele wie vor der Pandemie. "Wir waren eigentlich ganz zufrieden", sagte Claudia Kaufmann, die an einem Stand nahe der Frankfurter Hauptwache Schokofrüchte anbietet. Es sei besser gelaufen als gedacht. Es sei anstrengend gewesen, meint hingegen ein Mann, der einige Meter weiter Christstollen verkauft. Die Leute seien aggressiver, rücksichtsloser und ungeduldiger als vor der Pandemie. Auch seine wirtschaftlichen Erwartungen seien nicht erfüllt worden.

"Natürlich mussten wir Abstriche machen, die Stadt ist auch nicht so voll wie normal", sagt Willi Adler, der seit 30 Jahren auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt heißen Apfelwein ausschenkt. Wegen 2G oder der Angst vor Corona seien weniger Menschen in der Innenstadt unterwegs. Hinzu komme, dass die Touristen fehlen. Dennoch sei er froh, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden konnte. "Das bringt uns ein Stück weiter, denn wir wissen ja nicht wie das nächste Jahr aussieht mit Veranstaltungen."

Um den Besuch des Weihnachtsmarkts sicherer zu machen, hatte die Stadt auch Vorkehrungen getroffen: extra breite Gänge, eine Reduzierung von gut 200 auf 170 Buden und Maskenpflicht sowie 2G an den Glühweinständen.

Die Veranstalterin in GIEßEN, die Stadtmarketing-Gesellschaft, zieht auch insgesamt ein "sehr positives vorläufiges Fazit". Der Markt sei friedlich verlaufen, die Besucher hätten sich an die Corona-Auflagen gehalten. Größere Probleme oder Verstöße seien nicht bekannt, teilte eine Sprecherin mit. Die Standbetreiber hätten sich ebenfalls kooperativ gezeigt und die erforderlichen Maßnahmen auch kurzfristig umgesetzt.

"Wir haben von Betreiberinnen und Betreibern die Rückmeldung erhalten, dass pandemiebedingt zwar weniger Umsatz gemacht wurde als in den Vorjahren, aber das Feedback ist insgesamt durchweg positiv." Sie seien sehr dankbar gewesen, dass der Weihnachtsmarkt durchgeführt werden konnte. Genaue Angaben zu den Besucherzahlen konnten nicht gemacht werden. Der Sprecherin zufolge ist es aber "deutlich spürbar, dass der Andrang auf dem Weihnachtsmarkt geringer als in den Vor-Corona-Jahren ist". Der Gießener Weihnachtsmarkt läuft noch bis zum 30. Dezember. Über Weihnachten bleiben die Buden geschlossen.

Das Fazit auch in WIESBADEN: Gemessen an den Möglichkeiten des Sternschnuppenmarkts hätten zwar viele Menschen den Markt besucht, insgesamt aber natürlich weniger als in den Vorjahren ohne Corona-Lage. Seit dem Beginn am 23. November seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den sich kontinuierlich verändernden Auflagen und Rahmenbedingungen aus der Corona-Schutzverordnung und den daraus resultierenden Vorgaben der lokalen Genehmigungsbehörden gerecht zu werden, teilte die Stadt mit. Ein Abbruch des Marktes habe so verhindert werden können.

Auch die Marketing GmbH in DARMSTADT konnte keine Angaben zu den Besucherzahlen des bereits am 15. November geöffneten Marktes machen. Der Markt sei dezentral auf mehrere Plätze verteilt worden. Insgesamt 44 Stände hätten sich in diesem Jahr beteiligt. Wegen der Pandemie seien die Regelungen für den Markt immer wieder angepasst worden. So gab es Einzäunungen, eine 2G-Regel im Gastronomie-Bereich oder auch reduzierte Öffnungszeiten. Die Maßnahmen seien von den Besucherinnen und Besuchern sehr gut mitgetragen worden.

© dpa-infocom, dpa:211223-99-485418/3

dpa