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Panorama Wanderlust in Corona-Krise: Noch mehr Betrieb zur Ferienzeit
Mehr Hessen Panorama Wanderlust in Corona-Krise: Noch mehr Betrieb zur Ferienzeit
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09:12 21.05.2020
Frauen wandern auf dem Urwaldsteig im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Quelle: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild
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Kassel

Wandern ist während der Corona-Krise so beliebt wie seit langem nicht als Freizeit-Aktivität - deswegen rät der Deutsche Wanderverband, nicht so überlaufene Wege zu nehmen. "Hintergrund ist, dass wir an den bekannten Wanderhotspots mit größeren Menschenansammlungen rechnen. Deswegen kann es sinnvoll sein, eine Wanderung abseits ausgetretener Pfade zu planen", sagte Geschäftsführerin Ute Dicks in Kassel.

Besonders beliebte Wander-Regionen in Hessen sind zum Beispiel der Taunus, die Bergstraße, die Rhön und die Region rund um den Edersee und das nordhessische Willingen.

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Der Verband rechnet damit, dass der Boom anhält und in diesem Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen beim Reisen mehr Menschen einen Wanderurlaub hierzulande machen. "Das Wandern wird eine besonders gefragte Urlaubsaktivität sein, auch für Menschen, die bisher nicht oder nur selten gewandert sind", sagte Dicks. "Allgemeine Hygiene- und Abstandsregeln lassen sich beim Wandern sehr gut einhalten."

Bereits in den vergangenen Monaten seien sichtbar mehr Wanderer auf dem weit verzweigten Wegenetz in Deutschland unterwegs, sagte Verbandssprecher Jens Kuhr. Wie stark das Plus ausfällt und mit wie viel Zulauf der Verband während der Sommerferien rechnet, könne nicht beziffert werden. "Aber je mehr Unwägbarkeiten auftreten, desto interessanter wird das Wandern."

Um die Wanderer zu Zeiten der Corona-Pandemie gut zu begleiten, hat der Verband Corona-Wegweiser für Regionen, Wanderer und Spaziergänger herausgegeben. Enthalten sind Empfehlungen und grundsätzliche Informationen. Neben Hygiene- und Abstandsregeln sind auch weiterführende Tipps dabei. So solle die Weite des Wege-Netzes genutzt werden. "Neben den touristisch stark beworbenen Leuchtturmwegen bietet das Netz eine Vielfalt an Touren und Möglichkeiten." Ein Tipp lautet: Die Schätze der Heimat erkunden.

Verbandssprecher Kuhr empfiehlt auch: Kleinode in der Umgebung suchen und auch mal unbekanntere Wege einschlagen. "Wandervereine vor Ort und Tourist-Informationen können Auskünfte geben, welche Wege nicht so überlaufen sind." Zudem solle das Info-Angebot im Internet genutzt werden, um sich vor Wanderungen über die Begebenheiten zu erkundigen.

Aktuell, erklärte der Verband, mache es auch Sinn auf Fahrgemeinschaften zu verzichten, wenn der Mindestabstand zum Schutz vor dem Coronavirus nicht eingehalten werden könne. Wanderer sollten dann lieber auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. Wer doch das Auto nehme, möge besonders stark frequentierte Wanderparkplätze meiden.

Der Verband empfiehlt zudem: Wenn stark genutzte Wege einen hohen Pfadanteil aufweisen oder Engstelle unausweichlich sind, soll darauf geachtet werden, ob ausdrücklich nur eine Gehrichtung empfohlen wird. Wanderer sollten sich an die jeweiligen Empfehlungen halten und Rücksicht aufeinander nehmen. Von möglichen Beschilderungen für spezielle Wegeführungen in Corona-Zeiten ist dem Verbandssprecher nichts bekannt.

Der Verband ermuntert erfahrene und orientierungssichere Wanderer dazu, topographische Wanderkarten zu nutzen. Sie zeigen einen größeren Ausschnitt und mehr Möglichkeiten im Vergleich zu Apps und digitalen Portalen. Zum Umgang mit Wanderkarten hat der Verband einen Videokurs erstellt, damit Interessierte selbst navigieren können: http://dpaq.de/TcQq0.

Tipps gibt der Verband Wanderern bei der Touren-Planung auf der Seite: www.wanderbares-deutschland.de. Nutzer können aus einer breiten Auswahl an Etappen und Touren aus dem rund 15 000 Kilometer langen Wegenetz zertifizierter Qualitätswanderwege wählen. In Deutschland gibt es nach Verbandsangaben etwa 200 000 Kilometer von Ehrenamtlichen gepflegte Wanderwege. Nach Verbandsangaben zählen rund 68 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung zu aktiven Wanderern.

dpa

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