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Panorama Eichelhäher gesucht: Vogelzählaktion beginnt am Wochenende
Mehr Hessen Panorama Eichelhäher gesucht: Vogelzählaktion beginnt am Wochenende
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16:52 06.01.2020
Ein Distelfink sitzt auf Ästen vor blauem Himmel. Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa/Archivbild
Wetzlar

Manche Arten bleiben daheim, andere kommen von weit her: Bereits zum zehnten Mal rufen Naturschützer zur Zählung von Vögeln in heimischen Gärten und Parks auf. Vom 10. bis 12. Januar können Naturfreunde in Hessen an der "Stunde der Wintervögel" teilnehmen und für 60 Minuten Vogelarten und Exemplare zählen. Im Mittelpunkt der Aktion stehen nach Angaben des Nabu vertraute und weit verbreitete Spezies wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Wie der Nabu am Montag mitteilte, wandern die Tiere seit einigen Jahren anders als früher. Laut Nabu-Sprecherin Kathrin Kaltwaßer lassen sich seit einiger Zeit Zugvögel beobachten, die die hiesigen Breiten im Winter normalerweise verlassen. Dazu zählen Mönchsgrasmücken, Hausrotschwänze und Stare. Da die Böden in der kalten Jahreszeit nicht mehr so häufig frieren und nicht von Schnee bedeckt sind, finden die Tiere auch hierzulande oder in näheren Gebieten ausreichend Nahrung - und bleiben vor Ort. "Die Vögel verhalten sich energieeffizient", so Kaltwaßer.

Das könne man durchaus auf die Erderwärmung zurückführen. "Das komplexe Zusammenspiel wird durcheinandergebracht", sagt Kaltwaßer. Manche Vögel kämen beispielsweise früher zurück und brüten dann bereits. Wenn etwa der Kuckuck - auch ein Zugvogel - zur gewohnten Zeit zurückkehrt, findet er keine Nester mehr vor, in die er seine Eier legen kann. "Das Problem ist, dass der menschengemachte Klimawandel so viel rasanter als die natürlichen Veränderungen erfolgt", so Kaltwaßer. Man müsse abwarten, wie die Tiere sich an die veränderten Bedingungen anpassen.

In diesem Jahr hat der Nabu besonders den Eichelhäher im Blick. In Nordosteuropa gab es nach Angaben der Naturschützer 2018 eine sogenannte Eichelvollmast, also besonders viele Eicheln. Der Eichelhäher habe dort unter guten Bedingungen überwintern können, so dass die Tiere im vergangenen Jahr in großer Zahl gebrütet haben. Als es dann in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung gab, sei er in die hiesigen Breiten gezogen. Dann hätten die Tiere sich in Wäldern und Gärten verteilt. "Die Stunde der Wintervögel könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind", teilte der hessische Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler mit.

Vogelliebhaber sollen die Tiere am kommenden Wochenende "von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus" beobachten. Am 11. und 12. Januar können die Ergebnisse telefonisch, bis zum 20. Januar im Internet gemeldet werden. Nabu-Sprecherin Kaltwaßer schätzt, dass die Einreichungen wenige Tage später ausgezählt sind.

Im vergangenen Jahr hatten sich in Hessen fast 8000 Menschen an der Aktion beteiligt, sie zählten rund 223 000 Tiere. Der häufigste Wintervogel war der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

dpa

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