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Panorama Viereinhalb Jahre Haft für Messerattacke in Klinik-Cafeteria
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13:13 08.10.2021
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Frankfurt ging am Freitag von gefährlicher Körperverletzung aus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig (AZ 3390 Js 241717/20). Der 52 Jahre alte Angeklagte wurde darüber hinaus wegen seiner Alkohol- und Drogensucht in einer Therapieeinrichtung untergebracht.

Aus Eifersucht und Ärger über die vorausgegangene Trennung von der 45 Jahre alten Ehefrau hatte er im September 2020 ihre Arbeitsstelle in dem Krankenhaus aufgesucht und auf sie eingestochen. Auch ein Pförtner (42), der der Frau zu Hilfe gekommen war, wurde verletzt. In beiden Fällen nahmen die Richter allerdings einen "Rücktritt vom Tötungsversuch" an, weil der Täter von sich aus von weiteren Attacken abgesehen habe.

Strafmildernd werteten die Richter den Umstand, dass die verletzte Frau im Prozess Verständnis für die Situation des Mannes geäußert und an einer Bestrafung kein größeres Interesse bekundet hatte. Dem 52-Jährigen, der offenbar erst im vorangeschrittenen Alter mit Alkohol und Drogen in Berührung gekommen war, müsse geholfen werden.

Im Strafmaß blieben die Richter hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, deren Vertreterin vier Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte. Die Tat hatte für Aufsehen gesorgt, weil währendessen in der Cafeteria auch Patienten und Besucher anwesend waren. Der Angreifer wurde kurz nach der Tat festgenommen. In dem seit August laufenden Prozess hatte der Angeklagte die Taten eingeräumt, eine Tötungsabsicht jedoch bestritten.

© dpa-infocom, dpa:211007-99-518133/4

dpa