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Panorama Viele Hochzeiten trotz Pandemie: Terminnachfrage hoch
Mehr Hessen Panorama Viele Hochzeiten trotz Pandemie: Terminnachfrage hoch
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06:00 25.05.2020
Zwei Trauringe liegen auf einem schwarzen Untergrund. Quelle: Edith Geuppert/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Wiesbaden/Fulda/Kassel

Die Corona-Pandemie hält Hessens Brautpaare nicht vom Ja-Wort ab. In vielen Städten war und ist die Nachfrage nach Trauterminen kaum gebremst, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Kommunen ergab. Allerdings geht aufgrund der Hygiene-Vorgaben der Trend eher zur standesamtlichen Trauung in kleinem Kreis. Die Hochzeitsbranche hat weiter das Nachsehen.

"Wir sehen die Saison 2020 als sehr schwierig an und hoffen, dass vielleicht zum Ende der Sommersaison wieder etwas mehr Freiheit möglich ist", sagte Svenja Schirk, Pressesprecherin des Bundes deutscher Hochzeitsplaner. Noch immer bangten viele Brautpaare um ihre Hochzeit und die dazugehörige Feier. "Gerade bei den Feiern sind die bisherigen Bestimmungen Stand heute nicht besonders attraktiv für Brautpaare und wollen so nicht eingehalten werden." Dazu gehören Hygieneregeln wie Mindestabstand und eine beschränkte Größe der Hochzeitsgesellschaften. In Frankfurt beispielsweise sind bei der standesamtlichen Trauung nun zehn Teilnehmer inklusive Hochzeitspaar zugelassen, in Fulda sechs Gäste plus Fotograf.

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Doch während die Hochzeitsplaner auf eine Wiederaufnahme ihrer Geschäfte hoffen, lassen sich die Brautpaare offenbar nicht die Freude verderben. "Traditionsgemäß und wetterbedingt finden die meisten Trauungen in den Monaten Mai, Juni, Juli, August sowie bis zur Monatsmitte des Septembers statt. Daran hat sich auch in diesem ansonsten ungewöhnlichen Jahr nichts geändert", sagte eine Sprecherin der Stadt GIESSEN. Seit Mitte März wurden dort 63 Paare getraut - fast genau so viele wie im Vorjahreszeitraum.

"Das Verhalten der Traupaare auf Terminreservierungen lässt keine Änderung erkennen", erklärte auch die Stadt WIESBADEN. Die Nachfrage nach Eheschließungsterminen sei "unverändert groß". Die beliebten Heiratsmonate von Mai bis Ende August sind in der Landeshauptstadt voll ausgelastet. Das Standesamt registrierte 109 Eheschließungen seit Mitte März.

130 Paare sagten seitdem in DARMSTADT "Ja". "Wir haben viele Anfragen, sowohl kurzfristige als auch mittel- und langfristige Anfragen", erklärte ein Stadtsprecher. Der Mai bis einschließlich September sei "sehr stark" nachgefragt.

"Auch in der aktuellen Corona-Zeit gibt es durchaus Nachfrage nach aktuellen Eheschließungsterminen, zum Beispiel von Paaren, die ohnehin eine Feier im "kleinen Kreis" beziehungsweise alleine geplant hatten", sagte ein Sprecher in FULDA. Außerdem würden im Moment Hochzeitstermine für den Herbst sowie das kommende Jahr 2021 geplant oder vorgemerkt. 57 Trauungen wurden seit Mitte März in Fulda registriert.

Auch in KASSEL ist die Nachfrage nach Eheschließungsterminen stark. Man habe deshalb den Traukalender wieder für Buchungen freigegeben, erklärte die Stadt. Seit Mitte März fanden in Kassel 116 Trauungen statt, das war allerdings Rückgang gegenüber dem Vorjahr mit 174 Eheschließungen.

"Das Standesamt FRANKFURT hat während der ganzen Zeit Eheschließungen durchgeführt, allerdings in einem speziell eingerichteten Raum und nur mit dem Brautpaar", sagte Frankfurts Standesamtsleiterin Andrea Hart. Hinsichtlich der Anzahl der abgesagten oder verschobenen Eheschließungstermine könne man keine verbindlichen Zahlen liefern, der überwiegende Anteil der Paare habe sich jedoch entschieden, sich trotz der Beschränkungen trauen zu lassen. Andere Paare hätten einen späteren Termin vereinbart oder die Trauung zunächst ganz abgesagt. Das Interesse an Trauterminen sei gesunken: "Im April 2020 erreichten das Standesamt etwa ein Drittel weniger Anfragen zur erstmaligen Beratung als im April 2019."

Bei der Entscheidung, Heirat oder nicht, sind die Paare allerdings auf sich allein gestellt. Keines der Standesämter spricht eine Empfehlung aus. "Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen ist eine Prognose bezüglich künftiger Eheschließungen momentan nicht möglich", erklärte beispielsweise das Standesamt Frankfurt.

dpa

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