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Panorama Verkehrszentrale wird 50: Digitalisierung immer wichtiger
Mehr Hessen Panorama Verkehrszentrale wird 50: Digitalisierung immer wichtiger
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15:09 29.07.2020
Der Kontrollraum der Verkehrszentrale Hessen. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Aus einem Kontrollraum voller Monitore am Frankfurter Flughafen wird der Verkehr auf den hessischen Autobahnen gesteuert: die Verkehrszentrale Hessen, deren Gründung sich 2020 zum 50. Mal jährt. Die Mitarbeiter beobachten mithilfe von Verkehrskameras, wie flüssig - oder nicht flüssig - sich die Fahrzeuge auf den großen Straßen im Transitland Hessen bewegen. Je nachdem können sie zusätzliche Fahrspuren frei geben oder bei Unfällen welche sperren. Mit Geschwindigkeitsvorgaben beugen sie Staus vor.

Entwickelt hat sich die Zentrale aus mit Rechnertechnik ausgestatteten Raum in der Autobahnmeisterei Rüsselsheim. Von dort aus wurden nach Angaben des Verkehrsministeriums 1970 die ersten dynamischen Wegweiser gesteuert, um Autofahrer auf Alternativrouten zu lenken. Kommendes Jahr steht die Zentrale vor einem nächsten großen Schritt, denn dann wird im HOLM die neue Verkehrszentrale Deutschland entstehen, die eine übergeordnete Rolle bei der Steuerung wahrnehmen und die Verkehrszentralen der Bundesländer vernetzen soll.

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Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärte am Mittwoch, dank der Verkehrszentrale gebe es in Hessen trotz überdurchschnittlich dichten Verkehrs auf den Autobahnen eine nur moderate Belastung durch Staus. Der Minister wies auch darauf hin, dass die Verkehrszentrale und die Behörde Hessen Mobil Pilotprojekte im Bereich der intelligenten Mobilität vorantreiben, wie etwa die erste Fahrt eines autonomen Lastwagens auf einer deutschen Autobahn vor zwei Jahren.

Die Stau-Bilanz des ADAC für das vergangene Jahr hatte ergeben, dass die Autofahrer im Land zwar seltener in Staus standen, die Länge der Wartezeit aber deutlich angestiegen war - auf insgesamt 39 323 Stunden. Vergleichsweise sei dies aber moderat, urteilte der Automobilclub, auch angesichts der Tatsache, dass Hessens Autobahnen ein knapp 30 Prozent höheres Verkehrsaufkommen verkraften müssten als der Bundesschnitt.

Wegen der Corona-Pandemie kommt es allerdings derzeit trotz Urlaubszeit zu deutlich weniger Wartezeiten. Zwischen 3. und 26. Juli seien landesweit knapp 850 Staus gezählt worden, rund 550 Staus weniger als im Vorjahr, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte.

dpa