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Panorama Verein engagiert sich im Namen Tugce Albayraks gegen Gewalt
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05:21 15.11.2019
Mit Blumen bedeckt ist das Grab der getöteten Studentin Tugce Albayrak. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
Offenbach

Nach der Attacke mit tödlichen Folgen auf die Studentin Tugce Albayrak setzt sich ihr Bruder mit einem Verein für Anti-Gewalt-Projekte ein. "Es geht darum, dass so etwas wie bei meiner Schwester nicht wieder passiert", sagte Dogus Albayrak der Deutschen Presse-Agentur. Am (heutigen) Freitag (15. November) ist es fünf Jahre her, dass die 22-Jährige auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach von einem heftigen Schlag getroffen ins Koma fiel und knapp zwei Wochen später starb. Der Täter, ein damals 18-jähriger Serbe, wurde verurteilt und abgeschoben.

Dogus Albayrak sagte, der 2015 gegründete Tugce-Albayrak-Verein arbeite unter anderem mit einem Schultheaterprojekt in Frankfurt zusammen. Die Schüler sollen lernen, mit Gefahren- und Konfliktsituationen umzugehen, sie möglichst zu vermeiden oder gegebenenfalls zu entschärfen.

"Die meisten wissen gar nicht, was für ein Gewaltpotenzial ihr Gegenüber mitbringen kann", sagte der 30-Jährige. "Heutzutage wird in manchen Rapsongs zu Gewalt aufgerufen und es gilt als cool, wenn man im Jugendknast war", sagte Albayrak. "Wenn wir nur eine Person erreichen, die versteht, dass es so nicht ist, haben wir ja schon etwas erreicht."

Der Verein organisierte vergangenen Mai einen Charity-Lauf in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis), wo Tugce Albayrak geboren wurde. Der Erlös soll es ermöglichen, künftig mit einem weiteren Projekt zusammenzuarbeiten. Einzelheiten dazu stünden noch nicht fest. Auch weitere Mitstreiter seien willkommen, sagte der 30-Jährige. Im kommenden Mai soll es erneut einen Lauf unter dem Motto "Spessarthelden - Laufen gegen Gewalt" geben.

Zum fünften Todestag seiner Schwester sei keine große, öffentliche Mahnwache geplant, sagte Albayrak. Es werde ein stilles Gedenken im engen Familien- und Freundeskreis geben. Nach der Gewalttat am 15. November 2014 lag die Studentin knapp zwei Wochen im Koma. An ihrem 23. Geburtstag, dem 28. November, ließen ihre Eltern unter großer öffentlicher Teilnahme im In- und Ausland die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden.

Die Gewalttat hatte heftige Debatten über Jugendkriminalität und Zivilcourage ausgelöst. Zunächst hatte es geheißen, die Studentin habe in der Nacht in dem Restaurant zwei 13-jährigen Mädchen beigestanden, die unter anderem vom späteren Täter belästigt worden seien. Später wurde deutlich, dass der Tat heftige wechselseitigen Beleidigungen vorangingen. Ob die 13-Jährigen tatsächlich Hilfe brauchten, blieb offen.

dpa

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