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Panorama Urteil: Bei Festnahmeversuch Polizisten angefahren
Mehr Hessen Panorama Urteil: Bei Festnahmeversuch Polizisten angefahren
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16:58 06.05.2022
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Hanau

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich der Mann im Mai 2021 in der Hanauer Innenstadt der Festnahme widersetzt hatte. Die Beamten, die ihn festnehmen wollten, hätten sich nur durch Sprünge in Sicherheit bringen können.

Ursprünglich war der 25-Jährige wegen versuchten Totschlags angeklagt. Doch die Staatsanwaltschaft hatte nach der Beweisaufnahme diesen Vorwurf fallen gelassen. Stattdessen wurde der Mann wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Widerstands sowie Körperverletzung verurteilt.

Wenige Tage zuvor, Ende April 2021, war der Mann, der als Mehrfachintensivtäter gilt und bereits elf Vorstrafen hat, zusammen mit einem Komplizen in Bad Emstal bei Kassel aus einer geschlossenen forensischen Psychiatrie geflüchtet. Bei der spektakulären Aktion war das Duo auch über eine mit Stacheldraht gesicherte Mauer geklettert. Beide verschwanden in einem bereitgestellten Fluchtauto.

Das Landgericht Hanau hatte ihn im März 2021 in die Entziehungsanstalt eingewiesen und zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen bewaffneten Drogenhandels, Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie Fahrens ohne Führerschein verurteilt. Bei der Fahndung nach dem Flüchtigen hatten ihm die Zivilfahnder in einer Sackgasse laut Anklage den Weg abschneiden wollen. Der 25-Jährige demolierte mehrere Streifenwagen und entkam über einen Gehweg. Wenige Tage später nahmen ihn Spezialkräfte der Polizei im Maintal (Main-Kinzig-Kreis) fest. Sein Komplize wurde danach im Wetteraukreis gefasst.

Das Gericht folgte in weiten Teilen dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, blieb jedoch unter der geforderten Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Der Verteidiger hatte viereinhalb Jahre Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:220506-99-187110/2

dpa