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Panorama Überfall auf Seniorin in Auftrag gegeben: Haftstrafen
Mehr Hessen Panorama Überfall auf Seniorin in Auftrag gegeben: Haftstrafen
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15:49 09.04.2020
Eine goldfarbene Justitia-Figur. Quelle: Britta Pedersen/zb/dpa
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Frankfurt/Main

Der 32 Jahre alte Hauptangeklagte erhielt sechseinhalb Jahre, seine 23 Jahre alte Freundin viereinhalb Jahre. Der Haupttäter war bereits 2019 vom Landgericht Frankfurt zu sechs Jahren Haft verurteilt worden - in diesem Prozess kam es zu den entscheidenden Hinweisen auf die Auftraggeber. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. AZ 3370 Js 238538/1

Die 72 Jahre alte Eigentümerin eines Mietshauses in Frankfurt-Sachsenhausen war im Januar 2018 von einem falschen Paketboten überfallen worden. Der Räuber fesselte sein Opfer mit Kabelbindern unter großen Schmerzen an Rohrleitungen fest und flüchtete mit einer geringen Beute von Bargeld und Schmuck im Wert von 1300 Euro. Die beiden Auftraggeber, von denen die Frau im Haus des Opfer aufgewachsen war, hatten von einer möglichen Beute in Höhe von mindestens 250 000 Euro gesprochen. Weil sie die Frau kannten, wurde ein auswärtiger Bekannter als Räuber angeheuert.

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Vor Gericht hatten beide Angeklagten den Raubauftrag bestritten. Das Gericht sah sie jedoch als Auftraggeber für überführt an. Wie sonst hätte ein auswärtiger Täter ausgerechnet das unscheinbare Mietshaus in einer unbekannten Stadt als Tatort auswählen sollen. "Wohnungsübefälle sind besonders verwerfliche Verbrechen", hieß es in der Urteilsbegründung: "Wohin soll man gehen, wenn man sich zuhause nicht mehr sicher fühlen kann. Ein Überfall daheim ist der Albtraum eines jeden Menschen". Deshalb seien die Haftstrafen als "moderat" anzusehen.

dpa

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