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Panorama Trotz Anti-Gewalt-Demo: Retter bleiben Ziel von Übergriffen
Mehr Hessen Panorama Trotz Anti-Gewalt-Demo: Retter bleiben Ziel von Übergriffen
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15:06 26.07.2018
Ein Mann bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo.
Ein Mann bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo. Quelle: Patrick Seeger/Archiv
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Frankfurt/Berlin

Leider lasse sich kein Rückgang bei den Übergriffen feststellen, sagte Verdi-Fachgruppenleiter Arno Dick in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Übergriffe bestätigt Erik Brumm, Personalratschef der Frankfurter Feuerwehr. Er war Initiator der Demo von Rettungskräften im Februar, sieht aber auch positive Effekte: "Die Bevölkerung hat wahrgenommen, dass wir ein Problem haben."

Damals waren bei der Demonstration 250 Einsatzkräften durch Frankfurt marschiert. Das Motto: "Hände weg! Wir sind Eure Rettung". Bei der Demo forderten die Teilnehmer, Sanitäter und Feuerwehrleute zu respektieren, nicht zu behindern oder gar anzugreifen. Doch unmittelbar gebracht hat das laut Dick wenig: "Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich zum Teil mit dem Problem allein gelassen und sehen sich, was die seelischen und körperlichen Folgen von Angriffen angeht, zum Teil schlecht betreut."

Laut dem Land Hessen wurden im vergangenen Jahr 53 Gewalttaten gegen Rettungskräfte und acht gegen Feuerwehrleute registriert. Körperliche Angriffe seien aber nur ein kleiner Teil des Problems, sagt Brumm: Beleidigungen und Bedrohungen sollten bald auch statistisch erfasst werden. Das Land habe seine Bereitschaft dazu signalisiert.

Im nordhessischen Hofgeismar sollten sich am Donnerstag zwei Angeklagte vor dem Amtsgericht wegen Beleidigungen und Angriffs auf Rettungssanitäter verantworten. Der Prozess wurde aber vertagt. Die Sanitäter, die als Zeugen geladen waren, erschienen nicht zum Prozessauftakt. Einer hatte einen eigenen Unfall.

dpa