Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Streit um antiken Pferdekopf: Gericht schlägt Vergleich vor
Mehr Hessen Panorama Streit um antiken Pferdekopf: Gericht schlägt Vergleich vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:32 07.11.2019
Restauratorin Angelika Ulbrich betrachtet den rund 2000 Jahre alten Pferdekopf von Waldgirmes. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
Frankfurt/Main

Im Streit über einen bronzenen Pferdekopf, der bei Grabungen in Mittelhessen gefunden worden war, hat das Oberlandesgericht Frankfurt einen Vergleich vorgeschlagen. Das Land solle dem Besitzer des Grundstückes in Waldgirmes (Lahn-Dill-Kreis) rund 748 000 Euro plus Zinsen zahlen, schlugen die Richter nach einer mündlichen Verhandlung am Donnerstag vor. Beide Seiten erklärten, den Vorschlag innerhalb von drei Wochen überdenken zu wollen. Der antike Pferdekopf war vor zehn Jahren entdeckt worden. In der Fachwelt galt der Fund als Sensation, denn vermutlich handelt es sich um einen Teil eines prunkvollen Reiterstandbildes, das einst in einer römischen Siedlung stand (Aktenzeichen 1 U 174/18).

Der vergoldete, lebensgroße und fein gearbeitete Pferdekopf war in einem elf Meter tiefen Brunnenschacht entdeckt worden, er überdauerte die vergangenen rund 2000 Jahre nach Einschätzung von Experten erstaunlich unbeschadet. Der Rechtsstreit hatte die Ausstellung der wertvollen Bronze lange verzögert. Seit August 2018 ist der Pferdekopf im Museum des Römerkastells Saalburg zu sehen.

Das Landgericht Limburg hatte das Land Hessen verurteilt, dem Landwirt eine Entschädigung von insgesamt rund 821 000 Euro zu zahlen. Dagegen legte das Land Berufung ein, der allerdings am Donnerstag während der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht geringe Erfolgsaussichten eingeräumt wurden. Der Anwalt des Landes kritisierte ein Gutachten, auf dessen Grundlage die Richter in Limburg zu ihrer Einschätzung gekommen waren. Teilweise seien die Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar.

Dem folgten die Richter des Oberlandesgerichts (OLG) nicht. Das Gutachten - eines von mehreren in dem Fall - sei nicht zu beanstanden. Es schätzte den Pferdekopf aufgrund seiner historischen Bedeutung sowie seines künstlerischen Werts auf rund 1,6 Millionen Euro. Nach damaliger Rechtslage steht dem Grundstückseigentümer die Hälfte zu. Die OLG-Richter erklärten, es handele sich um einen schwierigen und für die Kammer auch ungewöhnlichen Fall, denn der Wert eines solchen antiken Stücks sei kompliziert zu ermitteln. Der Sachwert sei vermutlich eher gering, der ideelle Wert aber sehr viel größer.

Auch der Landwirt hatte Berufung eingelegt, er wollte nach Gerichtsangaben auch aufgrund anderer Gutachten mehr Geld haben und strebte eine siebenstellige Summe an. Auch dies wiesen die Richter in der Verhandlung am Donnerstag zurück. Kommt es zu keiner Einigung, wollen sie am 6. Februar ein Urteil verkünden.

dpa

Im Marburger Frühchen-Prozess hat die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft für eine frühere Kinderkrankenschwester gefordert. Die Anklagevertreterin beantragte diese Strafe am Donnerstag unter anderem wegen versuchten Mordes, wie ein Sprecher mitteilte.

07.11.2019

Die Weihnachtsbäume sollen in dieser Saison keine Wünsche offen lassen: Trotz Trockenheit steht es gut um sie. "Wir haben wie im Vorjahr qualitativ hochwertige Bäume.

07.11.2019

201 Mitglieder einer virtuellen Tippgemeinschaft in Hessen haben insgesamt 3,2 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Ihr Los sei bei der Ziehung am Mittwoch deutschlandweit das einzige mit sechs Richtigen gewesen, teilte Lotto Hessen in Wiesbaden am Donnerstag mit.

07.11.2019