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Panorama Stein-Attacke auf Einsatzkräfte: Weiter hohe Polizeipräsenz
Mehr Hessen Panorama Stein-Attacke auf Einsatzkräfte: Weiter hohe Polizeipräsenz
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13:12 12.06.2020
Ein Polizist geht über den Parkplatz der Hochhaussiedlung in Dietzenbach. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Dietzenbach

Es war ein unfassbarer Gewaltausbruch in einem Hochhausviertel in der hessischen Kreisstadt Dietzenbach. Vor zwei Wochen legten Randalierer Feuer und lockten Polizei und Feuerwehr in einen Hinterhalt. Die Einsatzkräfte wurden mit bereitgelegten Steinen attackiert - nur durch Glück wurde niemand verletzt. Zwei Wochen nach der Stein-Attacke gegen die Einsatzkräfte herrscht in der wenig beschaulichen Hochhaussiedlung nach wie vor erhöhte Polizeipräsenz. Beamte führen in dem Viertel Kontrollen durch, wie ein Polizeisprecher am Freitag in Offenbach sagte. "Im Spessartviertel ist seitdem aber Ruhe eingekehrt", sagte Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur.

"Der überwiegende Teil der Menschen dort ist genervt von den Leuten, die dort Unruhe stiften", sagte Rogg. "Wir gehen davon aus, dass die dort bekannt sind." Aber die Menschen in der Hochhaussiedlung würden nicht gerne mit Leuten reden, die von außen kommen. Intern werde dort aber schon kommuniziert. In dem Viertel leben Tausende Menschen aus mehr als 80 Nationen zusammen. Rogg bezeichnete das Konstrukt als "fragil". "Wir haben in der Corona-Zeit ein Stück weit den Kontakt verloren." Jetzt sollen alle Angebot wie ein Boxtraining, Hausaufgabenhilfen oder Streetworker wieder hochgefahren werden.

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"Da hat sich etwas entladen", sagte Rogg über das Viertel, das vor Jahren schon einmal im Blickpunkt stand und als Brennpunkt gilt. Das werde aber sicherlich keine Serie. Es gebe aus der Jugendszene keinerlei Rückmeldungen, dass sich irgendwer mit der Tat rühme. "Die Menschen sind eher geschockt, weil überregional Schaden angerichtet wurde."

Bei Kontrollen in den vergangenen Tagen wurden nach Angaben eines Polizeisprechers auch vereinzelt Drogen und Waffen wie Messer und Schlagstöcke sichergestellt. Weitere Angriffe wie vor zwei Wochen habe es seither aber nicht gegeben. "Aber es gibt Unmutsbekundungen bei denen, die kontrolliert werden." Warum es in der Nacht vor zwei Wochen zum dem Gewaltausbruch kam, ist unklar.

Die Ermittler riefen mit einem Online-Portal, in den sozialen Medien oder jüngst mit einem Flyer zu Zeugenaussagen auf. Mittlerweile gebe es Hinweise im mittleren zweistelligen Bereich. "Die Zahl der eingehenden Hinweise wird aber geringer", sagte der Polizeisprecher. Nach wie vor würden zum Beispiel Kameraaufzeichnungen ausgewertet. Weitere Festnahmen gab es nicht.

Der Polizei zufolge waren vor zwei Wochen zunächst ein Container und ein Bagger angezündet worden, um Einsatzkräfte im Kreis Offenbach in den Hinterhalt zu locken. Als die Helfer am frühen Morgen eintrafen, wurden sie von etwa 50 Männern mit Steinen beworfen. Ein 19 Jahre alter Mann war vorläufig festgenommen, später aber wieder entlassen worden.

dpa

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