Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Stadt will über Standort des documenta-Instituts entscheiden
Mehr Hessen Panorama Stadt will über Standort des documenta-Instituts entscheiden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:04 05.09.2019
Der Schriftzug «documenta» steht am 2017 auf einer Fensterscheibe des documenta-Archivs. Quelle: Uwe Zucchi/Archivbild
Kassel

In Kassel soll die endgültige Entscheidung über den Standort des geplanten documenta-Instituts fallen. Derzeit werde eine Vorlage zur Standortfindung erstellt, sagte Stadtsprecher Michael Schwab auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es sei beabsichtigt, diese ab September in die Ausschüsse der Stadt zu geben. Wann darüber im Stadtparlament abgestimmt wird, ist noch unklar. Beobachter wie Jörg Sperling, Vorsitzender des documenta-Forums, rechnen noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung.

Das Land Hessen, die Stadt und die Universität Kassel sowie die gemeinnützige documenta und Museum Fridericianum GmbH wollen ein Institut schaffen, das die documenta erforscht, vermittelt und ihre Geschichte aufarbeitet. Es soll aus dem bestehenden documenta-Archiv heraus entwickelt werden.

Die documenta ist die weltweit wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Doch nur alle fünf Jahre bringt sie internationales Flair in ihre nordhessische Heimat. 2017 war die vergangene Schau, die nächste wird 2022 sein. Wer zwischen zwei Ausstellungen nach Kassel kommt, für den gibt es in Sachen documenta nicht viel zu sehen. Daher ist seit Jahren der Bau eines documenta-Instituts im Gespräch.

In Geldfragen waren sich die Beteiligten relativ schnell einig: 24 Millionen Euro soll es kosten. Zwölf zahlt der Bund, sechs das Land und sechs die Stadt Kassel, die auch darüber hinaus gehende Kosten tragen will. Viel mehr drang bisher nicht an die Öffentlichkeit. Man sei "im engen Austausch", erklären die Beteiligten.

Die einzige Ausnahme ist eine Debatte um den Standort. Zuletzt ging es dabei um die Kernfrage, ob das Institut an die Universität (Standort Holländischer Platz) soll, die zusammen mit der Kunsthochschule künftig die vier documenta-Professoren stellt. Oder soll es in die Innenstadt, wo alle fünf Jahre das Herz der documenta schlägt? Welche Variante die Verwaltung vorschlagen wird, ist unklar.

Danach wird sich entscheiden, wie das Institut aussieht. "Der Architekten-Wettbewerb ist in Vorbereitung und wird nach der endgültigen Festlegung des Standortes ausgelobt", erklärte der Stadtsprecher.

In Sachen Personal sollen im kommenden Jahr Klarheit herrschen: Eine documenta-Professur gibt es bereits an der Kunsthochschule. Für die drei laufenden Berufungsverfahren sei die Bewerberlage gut, erklärte Sebastian Mense, Sprecher der Uni Kassel. "Wir hoffen auf erste Entscheidungen noch in diesem Jahr und rechnen fest mit erfolgreichen Berufungen für alle drei ausgeschriebenen Professuren im Laufe des Jahres 2020."

Am wenigsten in die Karten lassen sich die Beteiligten bei der Frage nach der künftigen Struktur des documenta-Instituts schauen. Man sei dabei, "in intensiven Beratungen die strukturelle Konstruktion für das zukünftige Institut zu erarbeiten", erklärt Christoph Schlein, Sprecher des Kunstministeriums in Wiesbaden. Das werde aber auf Grund der Komplexität noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Gerade die Frage, wer in dem Institut über was bestimmt, gilt als heikel: Auf der einen Seite stehen die Interessen der Forscher, auf der anderen die der documenta. "Da muss es ein Regelwerk geben, das beide Interessen möglichst gerecht abwägt und kleinschrittig Regeln aufstellt", sagt Sperling vom documenta forum. Der Verein, den documenta-Gründer Arnold Bode ins Leben rief, hat die Aufgabe, die Ausstellungsidee weiterzuentwickeln.

Ein solches Regelwerk müsse ermöglichen, dass documenta und documenta-Archiv ihre Bestände einbringen und hüten könnten. "Es muss aber auch möglich sein, dass Wissenschaftler mit dem Material arbeiten können", erklärt Sperling.

dpa

Ein Mann stirbt durch Schüsse in Wetzlar. Der Tatverdächtige stellt sich später und macht auch Angaben - doch die Hintergünde der Tat bleiben zunächst weiter nebulös.

04.09.2019

Bei einem Zusammenstoß von zwei Autos sind in Osthessen zwei Menschen verletzt worden. Die Wagen seien am Mittwoch aus zunächst unbekannter Ursache frontal ineinandergefahren, sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda.

04.09.2019

Mit einem E-Tretroller durch die Straßen zu flitzen, mag lustig sein, doch es gelten strikte Regeln. Bei Verstößen kennt die Polizei keinen Spaß. Das zeigen Beamte bei einer Kontrolle in der Frankfurter City.

04.09.2019