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Panorama Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen für "Folterverhör"
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14:12 06.09.2019
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Gießen

Der Anklagevertreter sprach von einem "Folterverhör" sowie von "Selbstjustiz in einem rechtsfeindlichen Parallel-Milieu".

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in verschiedenen Rollen im November 2018 mehrere Männer in Gießen festgehalten und misshandelt zu haben. Die Opfer wurden demnach geschlagen, getreten und mit Hammer und Bambusstangen malträtiert. Einem Mann wurde ins Bein geschossen. Es soll auch Kokain konsumiert worden sein.

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Die Übergriffe sollten laut Anklage dazu dienen, Informationen zu einer angeblichen Verschwörung gegen den Hauptangeklagten zu bekommen. Dieser hatte demnach früher eine führende Rolle bei der inzwischen aufgelösten rockerähnlichen Gruppe Bahoz in Gießen inne. Zugunsten des Hauptangeklagten nahm der Anklagevertreter an, dass sich dieser zur Tatzeit wegen exzessiven Kokainkonsums in einer "Wahnstimmung" befand und daher das Komplott gegen sich vermutete. Er ging zudem von einer verminderten Schuldfähigkeit bei dem Mann aus.

Der Staatsanwalt forderte für die teils geständigen Angeklagten unter anderem wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung Haftstrafen zwischen einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung sowie neun Jahren Haft. Der Hauptangeklagte soll zudem in einer Entzugsklinik untergebracht werden. Die Plädoyers der Verteidigung sind für den nächsten Verhandlungstag geplant.

dpa

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