Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Sorge um Verkehrssicherheit nach Zulassung von E-Scootern
Mehr Hessen Panorama Sorge um Verkehrssicherheit nach Zulassung von E-Scootern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:13 10.05.2019
Eine Frau testet bei der "micromobility expo" auf der Messe Hannover einen E-Roller. Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv
Frankfurt/Main

Vor der offiziellen Zulassung von E-Tretrollern gibt es große Sicherheitsbedenken. Entgegen ersten Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sollen die mit Batterien betriebenen kleinen Flitzer zwar nicht auf Bürgersteigen fahren dürfen, dafür werden sie voraussichtlich die Radwege bevölkern. Dort sei aber schon bisher wenig Platz, heißt es unter anderem aus der Landeshauptstadt Wiesbaden. In Frankfurt liegen schon zahlreiche Anfragen von Unternehmen vor, die Verleihsysteme aufbauen wollen. Die Stadt geht von Tausenden Rollern aus, die demnächst aufgestellt werden könnten.

Schon heute rangiert das Angebot für Radfahrer in Wiesbaden auf den hinteren Plätzen in Hessen. Die E-Scooter drohen die Kapazitätsprobleme noch zu verschlimmern: "Die ohnehin schon dringliche Forderung nach einem massiven Ausbau der Radwege könnte durch die Freigabe von Elektrokleinstfahrzeugen noch mehr Nachdruck bekommen. Dazu ist eine Neuaufteilung der vorhandenen Verkehrsflächen erforderlich", sagte Dezernatssprecher David Bartelt. Gefahren bestünden auch dort, wo es keinen Radweg gibt und die Roller auf der Straße fahren. Die Bundesregierung strebt die Zulassung für den Sommer an, ein genaues Datum steht noch nicht fest, kommenden Freitag (17. Mai) steht voraussichtlich eine Abstimmung im Bundesrat an.

Frankfurt rechnet "durch das bevorstehende massenhafte Auftreten der E-Tretroller mit erheblichem Konfliktpotenzial mit anderen Verkehrsteilnehmern". In der Stadt sei nicht genügend Platz für ein weiteres Verkehrsmittel, hatte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) schon zuvor erklärt. Das gelte auch für die Radwege, wo bereits Fahrräder und E-Bikes konkurrierten.

Bisher neun Anbieter haben beim Verkehrsdezernat Interesse angemeldet, Verleihsysteme aufzubauen - die Leih-Tretroller kämen dann zu den in der Stadt weiterhin präsenten Leihrädern hinzu. Einer der Anbieter habe immerhin vor, seine Fahrräder durch Tretroller zu ersetzen, sagte ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Mit einem Merkblatt für E-Scooter-Verleiher hofft die Kommune, die größten Probleme zu verhindern. Dort ist beispielsweise eine Obergrenze von maximal fünf Rollern pro Station enthalten; falsch abgestellte Roller sollen innerhalb von sechs Stunden entfernt werden. Am Mainufer und in Grünanlagen dürfen die Scooter demnach nicht fahren.

In Kassel, Fulda und Darmstadt sind noch keine Anfragen eingegangen. In Wiesbaden prüft nach Auskunft des Sprechers derzeit die städtische Verkehrsgesellschaft, "ob und wenn ja, in welcher Form ein Verleihsystem für E-Roller etabliert werden kann".

Auf die Zulassung der E-Tretroller blickt auch die Stadt Kassel zurückhaltend. Man erwarte "bisher keinen sinnvollen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung stadtverträglicher Mobilität", erklärte ein Sprecher. In Fulda sind die kleinen, bis zu 70 Zentimeter breiten Scooter noch kein Thema, wie ein Sprecher mitteilte. Man warte noch auf Informationen der zuständigen Behörden wie dem Regierungspräsidium in Kassel und dem Verkehrsministerium in Wiesbaden.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sieht in den E-Rollern große Möglichkeiten, denn mit ihnen ließen sich auch längere Wege zu Haltestellen zurücklegen. Sie aus den Innenstädten herauszuhalten, hielte er nicht für klug. Zu Bedenken aus den Kommunen, nun könne es auf dem Radweg eng werden, erklärt der Minister, es sei parallel ein Ausbau der Rad-Infrastruktur nötig. Das Land gebe dafür auch weiterhin Geld dazu. "Wir sollten uns auf den Ausbau der Infrastruktur konzentrieren und uns nicht gegen neue Angebote sperren, die ganz offenkundig bei den Leuten gut ankommen", erklärte Al-Wazir.

dpa

Am (heutigen) Freitag haben Motorradfahrer noch Gelegenheit, über bei Bikern beliebte Straßen auf den Feldberg im Taunus zu kommen. Ab Samstag werden Abschnitte auf drei Landstraßen dann versuchsweise für neun Tage gesperrt, wie der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU), mitteilte.

10.05.2019

Mehrere Lastwagen auf beiden Autobahn-Fahrstreifen haben auf der Autobahn 5 am Hattenbacher Dreieck bei einem Unfall mit einem Schwerverletzten die Bildung einer Rettungsgasse erschwert.

09.05.2019

In Berlin und Hessen werden 1999 und 2002 Geldtransporter mit Waffengewalt ausgeraubt. Erst 2017 spüren die Ermittler zwei Verdächtige auf. Doch Richter haben Zweifel an ihrer Täterschaft.

09.05.2019