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Panorama Skigebiete wollen Ende des Lockdowns für Liftbetreiber
Mehr Hessen Panorama Skigebiete wollen Ende des Lockdowns für Liftbetreiber
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14:21 28.01.2021
«Skigebiet wegen Corona geschlossen!» steht auf der Anzeigetafel an einem Skilift.
«Skigebiet wegen Corona geschlossen!» steht auf der Anzeigetafel an einem Skilift. Quelle: Marius Becker/dpa
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Winterberg

Die Skigebiete im Sauerland und im hessischen Willingen setzen sich für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Corona-Lockdown ein. Man habe Hygiene-Konzepte mit limitiertem Ticketverkauf und strengen Kontrollen, um sicheren Wintersport anzubieten, teilte die Wintersport-Arena Sauerland, der Zusammenschluss der Skigebiete in der Region, am Donnerstag mit.

Bei weiterhin sinkenden Corona-Infektionszahlen fordern sie demnach noch in dieser Saison Lockerungen, die sie "vorsichtig und verantwortungsvoll" umsetzen wollen. "Dabei denken die Liftbetreiber beispielsweise an Testtage, sehr kleine Ticketkontingente, die dann langsam zu steigern wären", hieß es weiter. Die Besucherlenkung soll durch Zäune und Hinweistafeln sowie Kontrollen auf Parkplätzen und Zuwegen erfolgen, außerdem könne man die Betriebszeiten ausweiten, um die erhöhte Nachfrage zu verteilen.

Einen Andrang wie zum Jahreswechsel befürchten sie nicht. Diesem würde durch den limitierten Ticketverkauf entgegengewirkt. Außerdem sei der Anreiseverkehr außerhalb der Ferienzeit erfahrungsgemäß ohnehin deutlich geringer. Zudem verweisen die Skigebiete darauf, dass an der frischen Luft eine deutlich geringere Ansteckungsgefahr bestehe als in geschlossenen Räumen. Eine Öffnung der Skigebiete könne vielmehr Menschen motivieren, sich im Freien aufzuhalten, um die Infektionsgefahr in Räumen zu verringern.

Sollten die Auflagen nicht gelockert werden, fordern die Liftbetreiber passendere finanzielle Unterstützung. Die aktuellen Hilfsangebote griffen im Fall der Skigebiete kaum, hieß es. Effektiv würden sie nur zehn bis 15 Prozent ihrer Kosten erstattet bekommen. "Die Politik ignoriert uns", sagte Meinolf Pape, Geschäftsführer des Skiliftverbandes Sauerland. "Sehr viel lieber würden wir unsere Einkünfte selbst erwirtschaften. Aber wenn uns das verboten wird, wollen wir wenigstens nicht durch das aufgespannte Netz fallen."

Besonders bitter für die Betreiber: Die Schneebedingungen in diesem Jahr wären optimal. Allein bis Ende Januar hätten sie 30 lukrative Wintersporttage hinter sich bringen können, hieß es am Donnerstag. In den großen Gebieten sei soviel Schnee vorhanden, dass er bis mindestens Mitte März gute Wintersportbedingungen gewährleisten würde.

Unterdessen bleiben auch am kommenden Wochenende die Pisten, Hänge und viele Parkplätze der Skigebiete in Winterberg, Schmallenberg und Willingen gesperrt, wie es aus den Gemeinden jeweils hieß. Mit den Betretungsverboten und der Ankündigung von Kontrollen hatten die Wintersportregionen auf den Ansturm von Tagesausflüglern in den Weihnachtsferien reagiert. Im Sauerland seien zuletzt jedoch nur noch wenige Schnee- und Rodelausflügler unterwegs gewesen, hieß es. Winterberg entschied sich daher, Loipen und Wanderwege, welche die Skigebiete kreuzen, wieder freizugeben, appellierte aber erneut an Touristen, zu Hause zu bleiben.

© dpa-infocom, dpa:210128-99-206830/3

dpa