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Panorama Elefantenahn soll nach USA: Letzte Arbeiten an Skelett
Mehr Hessen Panorama Elefantenahn soll nach USA: Letzte Arbeiten an Skelett
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14:32 09.01.2020
Probeaufbau des Mastodons im Hessischen Landesmuseum. Quelle: Boris Roessler/dpa
Darmstadt

Countdown für die lange Reise eines Elefantenahnen: Mit dem Aufbau eines riesigen fossilen Skeletts eines sogenannten Mastodons ist die Generalprobe für einen Transport in die USA geglückt. Mitarbeiter des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt montierten am Donnerstag den wuchtigen Kopf auf den Rumpf des rund 14 000 Jahre alten ausgestorbenen Vorfahren des Elefanten. Das Mastodon ist trotz der wissenschaftlichen Bezeichnung "Mammut americanum" nicht mit dem zotteligen Wollhaarmammut verwandt.

"Die Restaurierungsarbeiten sind noch nicht endgültig abgeschlossen", sagte der Paläontologe Oliver Sandrock. Am 10. Februar sollen die Überreste des 1801 in den USA entdeckten Tieres verpackt und gut eine Woche später zu einer Ausstellung im Smithsonian American Art Museum in der US-Hauptstadt Washington gebracht werden - erst mit dem Flugzeug und dann mit Lastwagen.

Die riesigen Tiere mit einer Schulterhöhe von bis zu drei Metern lebten einst in Nordamerika. Das Skelett war dem Landesmuseum zufolge 1801 in Philadelphia präsentiert worden und galt damals als Sensation, weil es das erste museal montierte Skelett eines ausgestorbenen Großsäugetieres war. "1801 war es eine Meisterleistung. Die Knochen sind auf der kompletten Länge durchbohrt", sagte Präparator Mario Drobek.

Die Knochen landeten 1854 nach Umwegen in Darmstadt und wurden hier ausgestellt. Im vergangenen Jahr begannen die Mitarbeiter des Hessischen Landesmuseums dann, den Elefanten-Vorfahren in fünf Teile zu zerlegen, zu restaurieren und nun wieder zusammenzusetzen. Vier Mitarbeiter schoben zum Abschluss am Donnerstag den wuchtigen Schädel noch ohne die riesigen Stoßzähne auf den Rumpf.

Erstmals nach mehr als 150 Jahren soll das Mastodon nun auch wieder in den USA zu sehen sein. Es wird für eine Ausstellung über den deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt verliehen und soll im November nach Darmstadt zurückgebracht werden.

Das riesige Skelett, das derzeit noch von einem Holzgerüst gestützt und mit Ketten gesichert ist, besteht aus Knochen, Holz, Gips und Stahl. "Mit einem sehr hohen Knochenanteil", wie Drobek sagt. War das Skelett früher in einer Einheitsfarbe, soll künftig klar ersichtlich sein, was Knochen und was Holz ist. Die damaligen Präparatoren hätten fehlende Teile einfach aus Holz geschnitzt.

"Wir wussten nicht, wie das damals montiert worden war, ob alle Teile spannungsfrei waren", sagte Schlossermeister Daniel Sehl. "Wir haben Glück gehabt, dass alles so gut geklappt hat", sagte Drobek. Künftig sollen bei der Steckmontage einfach alle Teile ineinanderrutschen. In den USA soll der Elefantenahn dann auch ohne Gerüst auf verschraubten Bodenstahlplatten stehen und lediglich der wuchtige Kopf an der Museumsdecke zusätzlich gesichert werden.

Den Kopf müssen die Museumsmitarbeiter noch einmal für Restaurierungsarbeiten abnehmen, auch die Stoßzähne müssen noch dran. Der Schädel, die beiden Vorderbeine mit den Schulterblättern, das komplette Hinterteil und die Wirbelsäule mit dem Brustkorb sollen dann jeweils in eine Kiste verpackt werden. In den USA soll der Aufbau binnen ein, zwei Tagen über die Bühne gehen.

dpa

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