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Panorama Schneller Zugriff zu Defibrillatoren soll Leben retten
Mehr Hessen Panorama Schneller Zugriff zu Defibrillatoren soll Leben retten
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17:33 19.02.2020
Ein Schränkchen mit einem Defibrillator. Quelle: Peter Kneffel/dpa
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Frankfurt/Main

Im Kampf gegen den plötzlichen Herztod gibt es an zahlreichen öffentlich zugänglichen Orten in Hessen spezielle Notfallgeräte. Das Netz solcher Defibrillatoren wächst, allerdings gibt es keine offiziellen Zahlen, wie viele in Behörden, Schulen oder Bürgerhäusern installiert sind. "Es existiert keine zentrale Erfassung der Standorte", teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit. Es gebe damit auch keine Auswertung, wie oft die Geräte eingesetzt werden.

Viele Kommunen haben bereits in ihren öffentlichen Gebäuden Defibrillatoren hängen, in Fronhausen (Kreis Marburg-Biedenkopf) soll diese Woche ein Gerät hinzukommen. Auch Laien können als Ersthelfer im Notfall die Technik benutzen, um etwa einem Patienten mit Kammerflimmern Stromimpulse zu setzen und so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu überbrücken.

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"Betroffene haben im Falle eines Herzstillstands meist nur eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen und ein Laien-Defibrillator eingesetzt wird", teilte die Björn Steiger Stiftung mit, die sich für die Ausweitung des Netzes engagiert. In Hessen wurden demnach im Rahmen des Projektes "Herzsicher" bislang 115 Geräte installiert.

Im Kreis Marburg-Biedenkopf wurden zusammen mit der Stiftung 44 Geräte installiert, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt seien 159 Laien-Defibrillatoren registriert. Man schätze die Technik als "sehr sinnvolle Ergänzung der Rettungskette und als wichtiges Instrument ein, das Ersthelfer unterstützen kann". Auch die Projektarbeit mit der Stiftung habe sich gelohnt, weil bereits ein Mensch durch das beherzte Eingreifen von Ersthelfern und den dadurch zum Einsatz gekommenen Defibrillator gerettet werden konnte, so der Sprecher.

"Im Notfall kann ein Defibrillator nicht nah genug sein", betonte auch eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen. Diese seien "absolut sinnvoll". Da die Geräte selbsterklärend funktionierten, könnten Laien bei Erste-Hilfe-Maßnahmen auch nichts falsch machen. Symbole sowie eine Computerstimme, die Anweisungen zur Bedienung gibt, unterstützen die Ersthelfer.

Der Rettungsdienst ist nach Angaben des Sozialministeriums regulär mit professionellen Defibrillatoren ausgestattet. Dem Deutschen Roten Kreuz zufolge sind in Hessen insgesamt rund 890 Fahrzeuge mit solchen Geräten im Einsatz. Davon fahre das DRK rund 550 Wagen.

Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung sterben jedes Jahr in Deutschland etwa 65 000 Menschen infolge eines plötzlichen Herzstillstandes. Bei Erste-Hilfe-Maßnahmen sei es insbesondere wichtig, die Herzdruckmassage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchzuführen. Die Stiftung rät dazu, die Laien-Defibrillatoren nur einzusetzen, wenn man nicht alleine ist: Wenn zwei Helfer vor Ort sind und einer weiß, wo in unmittelbarer Nähe ein solches Gerät installiert ist, sollte dieses durch den zweiten Helfer besorgt werden, heißt es auf der Webseite der Stiftung.

dpa

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