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Panorama Schäfer gehen für mehr Schutz vor Wölfen auf die Straße
Mehr Hessen Panorama Schäfer gehen für mehr Schutz vor Wölfen auf die Straße
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10:22 11.01.2020
Ein Wolf steht in einem Gehege im Wildpark Neuhaus. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Hessens Schäfer sind wegen der vermehrten Nachweise von Wölfen im Land in Aufregung. Um ihrem Ärger Luft zu machen und ihre Forderungen an die hessische Politik zu stellen, ist ein großer Protestmarsch am nächsten Mittwoch (15. Januar) in Wiesbaden geplant. Mehrere hundert Weidetierhalter wollen dann vom Bahnhof in Hessens Landeshauptstadt bis in die Innenstadt laufen. Bei einer Kundgebung soll dann auch Agrarministerin Priska Hinz (Grüne) ein Papier mit Forderungen übergeben werden. Initiator der Aktion ist der Verband für Schafzucht und -haltung in Hessen. Zur Unterstützung wollen die Demonstranten auch einige Schafe und Alpakas mitbringen.

Werden die Wölfe sesshaft in Hessen, seien Attacken auf Weidetiere unvermeidbar, begründet der Landesverband seinen Protest. Zu finanziellen Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere kämen die Investitionen in stärkere Schutzmaßnahmen sowie ein höherer Kontrollaufwand. Da das Beutespektrum des Wolfes aber nicht nur Schafe und Ziegen umfasse, sondern auch Kälber, Fohlen, Geflügel, Gatterwild, Esel und Ponys, müsse der "Wolfskuschelkurs" der hessischen Politiker aufhören.

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Nach mehr als 30 Nachweisen im vergangenen Jahr könnte im Januar nach Einschätzung des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstmals seit längerer Zeit wieder ein Wolf in Hessen heimisch werden. Zwei Tiere kommen demnach für die Gründung eines Wolfsterritoriums infrage. Die beiden Tiere wurden im Vogelsbergkreis sowie in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner bereits mehrfach genetisch nachgewiesen.

Laut Fachleuten ist ein individuell bekannter Wolf sesshaft geworden, wenn er über einen Zeitraum von sechs Monaten mehrmals in einer Region sicher nachgewiesen wird. Einen Wolf mit eigenem Territorium in Hessen gab es zuletzt im nordhessischen Reinhardswald 2008 bis 2011. Dann wurde der Rüde tot gefunden. Bei der Wölfin im Vogelsberg ist der Stichtag der 12. Januar. Bei der Wölfin, die unter anderem im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nachgewiesen wurde, wäre das Datum 1. Februar erbracht. Wenn nach diesen Terminen nochmals ein Nachweis der Tiere erbracht wird, gilt das Wolfsterritorium als gegründet.

Ministerin Hinz, die bei der Kundgebung sprechen wird, hatte zuletzt erklärt, dass für die Verbesserung des Schutzes von Weidetieren jährlich 500 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Beratungen von Weidetier- und Wildtierhaltern seien mit Blick auf den Herdenschutz zudem deutlich intensiviert worden. Um der veränderten Situation mit vermehrten Wolfsnachweisen gerecht zu werden, werde auch der Wolfsmanagementplan der Landesregierung überarbeitet.

dpa