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Panorama Silvesterabend in Hessen "ganz, ganz ruhig"
Mehr Hessen Panorama Silvesterabend in Hessen "ganz, ganz ruhig"
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19:12 01.01.2021
Der Römerberg in Frankfurt ist kurz vor dem Jahreswechsel nahezu menschenleer. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Frankfurt/Main

Die Hessen haben sich im ganzen Land weitgehend an die Corona-Regeln gehalten. Alle Polizeipräsidien berichteten am Neujahrsmorgen von einem "ganz, ganz ruhigen" Silvester. Nirgendwo gab es größere Einsätze. "Die Leute haben sich vorbildlich verhalten", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Auch die Feuerwehren hatten viel weniger zu tun.

Zur Eindämmung der Pandemie waren Feiern auf Straßen oder Plätzen untersagt. In der Öffentlichkeit durfte kein Alkohol getrunken werden. Silvesterpartys waren nicht erlaubt. An belebten Plätzen durfte kein Feuerwerk gezündet werden. In Städten und Kreisen mit hohen Fallzahlen herrschten Ausgangsbeschränkungen. Die Polizei hatte angekündigt, verstärkt Präsenz zu zeigen.

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Keines der sieben hessischen Polizeipräsidien konnte am Freitagmorgen von größeren Verstößen berichten. Gefordert war die Polizei vielerorts als Auskunftgeber: Es habe "jede Menge Anrufe" gegeben, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen. Mit wie vielen Leuten darf ich mich treffen? Darf ich um Mitternacht raus? Solche Fragen stellten die Bürger nicht nur den Polizeidienststellen, sondern auch bei der Notrufnummer 110.

Auch vereinzelte Böller sorgten für vermehrte Anrufe, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen berichtete. Um Mitternacht riefen Bürger die Polizei an, um sie darauf hinzuweisen, dass es nebenan knallt. Außerhalb bestimmter Zonen waren Silvesterraketen aber erlaubt - was die Polizei dann den Anrufern erklärte.

"Vereinzelte Verstöße durch Gruppenbildungen oder Alkoholkonsum im öffentlichen Raum" blieben die Ausnahme. In Wiesbaden-Rambach wurde eine Party mit etwa 50 Personen aufgelöst. Die Polizei leitete 37 Verfahren ein - die anderen Gäste hatten sich zuvor entfernt. In Eschborn randalierten etwa 15 Jugendliche. Insgesamt zählte das Polizeipräsidium Westhessen 72 Verstöße gegen die Corona-Regeln.

Die Kollegen in Südhessen meldeten 125 Verstöße. Dennoch war auch hier die Bilanz positiv: "Die geltenden Corona-Regelungen fanden in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz", hieß es im Polizeibericht. In Südosthessen lag die Zahl der Verstöße "lediglich im mittleren zweistelligen Bereich".

Die Frankfurter Polizei bedankte sich am Freitag bei den Bürgern "für das besonnene Verhalten in Pandemiezeiten". Der Jahreswechsel sei "außergewöhnlich ruhig und friedlich" verlaufen. Dennoch gab es einige Vorkommnisse, darunter den Verdacht auf ein Sexualdelikt an der Hauptwache. Insgesamt gab es zehn vorläufige Festnahmen - zwei wegen des Sexualdelikts, aber auch mit Betäubungsmitteln, Widerstand, Nötigung und Waffen. Die Zahl der Verstöße gegen die Corona-Regeln bezifferte die Polizei auf einen mittleren zweistelligen Bereich. "Oftmals musste lediglich an die Regelungen erinnert werden."

Auch die Feuerwehren hatten weniger zu tun als in vorherigen Jahren. "Der Jahreswechsel verlief aus Sicht der Feuerwehr Wiesbaden außerordentlich ruhig", lautete eine Bilanz: Zwischen 23 Uhr und 8 Uhr gab es lediglich drei Brandeinsätze und zwei Hilfeleistungen. Auch in Frankfurt zählten die Einsatzkräfte lediglich 9 Brand- und 45 Rettungseinsätze. "Die üblicherweise arbeitsreichste Nacht des Jahres lief in einem sehr ruhigen Rahmen ab", sagte ein Sprecher.

dpa