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Panorama Weg frei für Riederwaldtunnel: Keine Klagen
Mehr Hessen Panorama Weg frei für Riederwaldtunnel: Keine Klagen
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17:12 16.04.2020
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Frankfurt/Wiesbaden

Der Weg für den Bau des jahrzehntelang umstrittenen Riederwaldtunnels im Osten Frankfurts ist frei. Auch zwei Wochen nach Ablauf der Klagefrist seien beim Verwaltungsgericht keine Klagen eingegangen, sagte ein Sprecher des hessischen Wirtschaftsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Damit können wir von der Bestandskraft des Beschlusses ausgehen." Als nächster Schritt werde die Ausführung des Tunnelbaus geplant. Der eigentliche Bau könne aus heutiger Sicht frühestens Ende kommenden Jahres beginnen.

"Der Riederwaldtunnel wird die Menschen im Stadtteil zukünftig nicht nur erheblich von Lärm und Luftschadstoffen entlasten, sondern darüber hinaus die Straßenraumgestaltung deutlich verbessern", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) über das Projekt. "Noch liegt viel Arbeit vor uns. Jede weitere Verzögerung im Projekt würde den heutigen katastrophalen Zustand und die Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner unnötig verlängern." Al-Wazir betonte, beim Bau sollten alle Spielräume für optimalen Lärmschutz genutzt werden.

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Der Ministeriumssprecher rechnete damit, dass der Wettbewerb zur Vergabe der Bauaufträge im vierten Quartal starten und interessierte Firmen ihre Angebote erstellen könnten. Die Angebote würden von Hessen Mobil geprüft und bewertet. Ehe ein Zuschlag erteilt werde, müsse zudem noch die Zustimmung des Bundes vorliegen - der die Maßnahme ja bezahlt. "Für das gesamte Vergabeverfahren veranschlagen wir etwa ein Jahr", sagte der Sprecher. Derzeit werde an der Baustelle unter anderem an der Herstellung einer Leitungsbrücke für Strom-, Gas-, Wasser- und Kommunikationsleitungen gearbeitet.

Im Februar war der Planänderungsbeschluss zu dem Bauprojekt nochmals ausgelegt worden. Zwei Wochen lang waren die Unterlagen dann einsehbar. Im Anschluss bestand die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Klage gegen diesen Beschluss einzureichen.

Verkehrsminister Al-Wazir hatte das Vorhaben vor einigen Monaten als das größte innerstädtische Verkehrsprojekt in Hessen seit Jahrzehnten bezeichnet. Der Tunnel werde die derzeit "unerträgliche Verkehrssituation" verbessern und auch die Luftschadstoff- sowie die Lärmbelastungen für die Anwohner deutlich reduzieren.

Der Riederwaldtunnel im Osten Frankfurts soll die Lücke zwischen den Autobahnen A 66 und A 661 schließen und damit die angrenzenden Stadtteile Bornheim und Riederwald spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten. Die geplante Tunnellänge beträgt rund 1100 Meter. Zwei Röhren sollen verbaut werden. Die gesamte Bauzeit wird nach der Prognose von Hessen Mobil rund acht Jahre betragen. Die Gesamtkosten für das Bundesprojekt belaufen sich demnach auf rund 477 Millionen Euro. Das Projekt gehört in Hessen seit 1985 zu den verkehrspolitischen Dauerbrennern.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Rechtsstreit zwischen Hessen Mobil und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) beigelegt worden. Wegen eines mittlerweile vorgesehenen Erhalts von Grünflächen, eines besonderen Schutzes des Waldes und weiterer Maßnahmen hatte der BUND die Klage gegen den Bau zurückgezogen.

dpa

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