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Panorama Lebenslange Haft für Mord an Rentner: "Hier ging es um Geld"
Mehr Hessen Panorama Lebenslange Haft für Mord an Rentner: "Hier ging es um Geld"
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14:32 22.05.2020
Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts Kassel. Quelle: picture alliance / Uwe Zucchi/dpa
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Kassel/Fulda/Volkmarsen

Wegen des Mordes an einem 79-Jährigen ist in Nordhessen ein 40-Jähriger aus Fulda verurteilt worden. Das Landgericht Kassel verhängte heute lebenslange Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Langzeitarbeitslose 2018 in das Haus des Rentners in Volkmarsen-Lütersheim (Kreis Waldeck-Frankenberg) eindrang und ihn erschlug. In der Verhandlung habe man nicht alles so konkret klären können, wie es wünschenswert sei, sagte der Vorsitzende Richter. Klar sei aber: "Hier ging es um Geld - in welcher Form auch immer." Gegen das Urteil ist Revision möglich.

Dabei gab es laut Gericht keine Tatzeugen. Der Angeklagte selbst schwieg während der Verhandlung. Dass er am Ende verurteilt wurde, lag neben vielen Indizien auch daran, dass er auf einer Fahrt im Polizeiauto den Mund nicht hielt. Trotz Belehrungen durch die Beamten habe er die Tat zugegeben. Das sei verwertbar, sagte der Richter: "Es ist nicht Aufgabe der Polizei, dieser Person den Mund zu verbieten."

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Laut Ermittlern hatte der Mann stundenlang das Haus seines Bekannten observiert, bevor er es am Abend betrat. Ob er eindrang oder hereingelassen wurde, blieb ebenso unklar wie die tödliche Auseinandersetzung selbst. Hatte der 40-Jährige eine Schreckschusswaffe dabei? Nahm er sie dem Opfer ab? Kam es zum Streit? Klar war laut Obduktion: Der Rentner wurde mit einem Gegenstand am Kopf geschlagen, stürzte, wurde dann am Boden weiter geschlagen und gewürgt.

Stunden später verließ der 40-Jährige mit Kredit- und Geldkarten, einem Computer und anderen Wertgegenständen das Haus. Der Einsatz der Karten führte die Ermittler später auf seine Spur und zur Festnahme - die ausgegebene Summe lag nur knapp über 3000 Euro. Das Haus des Opfers hatte der Mann nach der Tat mit Benzin in Brand gesetzt. Er wurde deshalb auch wegen besonders schwerer Brandstiftung verurteilt.

Der Anwalt des 40-Jährigen hatte vor dem Urteil Freispruch gefordert, weil noch viele Fragen offen seien. Unter anderem sei ein Zeuge, der mit der Tat in Verbindung stehe, nicht auffindbar gewesen. Auch die Tatwaffe sei nicht eindeutig geklärt. Allerdings fanden die Ermittler bei dem Angeklagten Blutspuren auf Schuhen und einem Feuerlöscher sowie Kassenbelege für den Einsatz der Geldkarten. Angesicht dieser Funde sei es nicht schwer zu sagen: "Sie sind der Täter", erklärte der Richter.

dpa

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