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Panorama Rapper handelt sich mit Videodreh Rechnung und Anzeige ein
Mehr Hessen Panorama Rapper handelt sich mit Videodreh Rechnung und Anzeige ein
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14:11 18.03.2021
Das Blaulicht eines Polizei-Einsatzfahrzeuges leuchtet.
Das Blaulicht eines Polizei-Einsatzfahrzeuges leuchtet. Quelle: Marcus Führer/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Vier maskierte Männer seien im Laden, einer davon bewaffnet. Die Polizei schickte am Mittwochabend vier Streifen zum vermeintlichen Tatort. Zwar hätten in der Nähe zwei Männer den Beamten berichtet, es handele sich um einen Videodreh - doch die Polizei schlug sicherheitshalber zu und nahm die jungen Männer mit schwarzer Kleidung und weißen Sturmhauben im Kiosk fest.

Ein 22-Jähriger habe erklärt, er wolle mit dem Dreh seine Karriere im Gangsta-Rap starten. "Begleitet wurde er von seinen 23, 22, 38 und 23 Jahre alten "Homeboys", die als Schauspieler, Statisten und Kameramann fungierten", berichtete die Polizei. Bei dem "aufstrebenden Sprachgesangkünstler" fanden die Beamten eine Schreckschusspistole und stellten sie sicher. Der Betreiber des Kiosks sei in die Pläne eingeweiht gewesen.

Unter dem Strich stellte die Polizei in ihrer Mitteilung nüchtern fest: "Der geplante kometenhafte Aufstieg in der Rapszene wird nun zunächst durch eine saftige Kostenrechnung für den Polizeieinsatz sowie durch eine Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz getrübt." Vergangenen November hatte der Dreh eines Musikvideos des Rappers Kollegah in Frankfurt einen Polizeieinsatz ausgelöst. Damals war der Überfall auf ein Juweliergeschäft im Bahnhofsviertel inszeniert worden.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-875703/2

dpa