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Panorama RMV will mehr bestellbare Shuttle-Fahrzeuge anbieten
Mehr Hessen Panorama RMV will mehr bestellbare Shuttle-Fahrzeuge anbieten
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18:02 02.12.2020
RMV-Chef Knut Ringat. Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild
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Hofheim

In acht weiteren hessischen Städten und Landkreisen sollen künftig bestellbare Shuttle-Fahrzeuge als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) stellte am Mittwoch ein Konzept zur Ausweitung sogenannter On-Demand-Angebote vor. Dabei können Autos oder Minibusse jenseits starrer Fahr- und Linienpläne bestellt werden, um beispielsweise zu einem Bahnhof gebracht zu werden. Unterwegs sein sollen Ende 2021 insgesamt rund 150 Fahrzeuge mit Elektro- und Wasserstoffantrieb.

Ein Pilotprojekt dazu läuft bereits in Teilen des Landkreises Offenbach, wo Fahrgäste per Telefon oder Smartphone-App den Minibus "Hopper" bestellen können; auch großräumige Autos werden eingesetzt. Genutzt werden Haltestellen, die sich alle 250 Meter befinden. Ab Januar werde dieses Angebot auf eine neue Software umsteigen, sagte RMV-Chef Knut Ringat. Ab April sollen weitere Kommunen folgen, so dass am Ende des Jahres Frankfurt, Hofheim, Kelsterbach, Limburg, Taunusstein, Hanau, Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg hinzukommen sein werden.

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Das Angebot solle eine Alternative zum privaten Auto darstellen - beispielsweise auf der letzten Meile von einer Haltestelle bis zur Haustür, erklärte der RMV. Fahrgäste wählen in der App Start- und Zielpunkt aus und buchen eine Fahrt. Sind mehrere Fahrgäste auf der gleichen Strecke unterwegs, sollen ihre Fahrten automatisch zusammengelegt werden. Sie müssen einen Zuschlag auf den ÖPNV-Tarif zahlen; die Höhe richtet sich nach Strecke und Auslastung des Shuttles.

Das Projekt ist den Angaben zufolge bis zum Jahr 2024 angelegt. Ziel sei, On-Demand im gesamten Verbundgebiet zu etablieren, sagte Ringat. Es gebe auch bereits weitere Interessenten. Auch die Landeshauptstadt Wiesbaden sollte ursprünglich von Beginn an dabei sein.

Die Fahrzeuge für das Vorhaben sollen zwischen sechs und zehn Sitzplätze haben. Da sie noch nicht ausgeschrieben sind, sei noch nicht klar, welche Fahrzeuge konkret unterwegs sein werden, sagte Ringat. Die Shuttles sollen an jedem Tag unterwegs sein, jedoch nicht rund um die Uhr. Das konkrete Angebot vor Ort, darunter die Betriebszeiten, werde von den kommunalen Partnern gesteuert.

Der RMV erklärte, man sei mit dem Vorhaben europaweit Vorreiter, da es über Kommunen- und Landkreisgrenzen hinweg angelegt sei. Es wird vom Bundesverkehrsministerium mit 27 Millionen Euro gefördert. Ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, Ioki, stellt die Hintergrundsoftware.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte, zu wünschen sei, dass es in Deutschland weitere solche Angebote über Kommunalgrenzen hinweg gebe. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärte, Ziel des Vorhabens im Rhein-Main-Gebiet sei, den öffentlichen Nahverkehr immer attraktiver zu machen, so dass mehr Autofahrer umstiegen.

Öffentliche On-Demand-Angebote gibt es bereits in zahlreichen Städten bundesweit, wo sie etwa in Randzeiten den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, etwa am Wochenende. Auch im nordhessischen Melsungen sind bereits Kleinbusse als "fahrplanloses Anrufsammeltaxi" unterwegs. Eine Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) sagte auf Anfrage, man sei sehr zufrieden damit, wie das Angebot angenommen werde und könne sich einen Ausbau grundsätzlich ebenfalls vorstellen.

dpa