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Panorama Prozess um "Tote vom Niddapark": Angeklagter bestreitet Tat
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16:09 27.08.2019
Mitarbeiter der polizeilichen Spurensicherung sichern Gegenstände am Fundort. Quelle: Boris Roessler/Archivbild
Frankfurt/Main

Rund 15 Monate nach dem Fund einer blutüberströmten Frauenleiche im Frankfurter Niddapark hat der Mordprozess gegen einen Gastwirt begonnen. Als mutmaßlicher Täter steht seit Dienstag der 51 Jahre alte frühere Geschäftspartner der Toten vor dem Landgericht. Der Gastronom soll hohe Schulden bei der 29-Jährigen gehabt haben. Die Anklage wirft dem Deutschen Mord aus Habgier vor. Nach der Tat im Mai 2018 soll der Angeklagte mit einer teuren Uhr, einem Ring und den Autoschlüsseln des Opfers geflohen sein. (Az. 3690 Js 225352/18)

"Ich habe Irina nicht umgebracht", ließ der Angeklagte zu Beginn einer längeren Erklärung über seinen Verteidiger verlauten. Den Tod der jungen Geschäftsfrau bezeichnete er dabei als "entsetzlich". Er wisse nicht, "wer es gewesen sein könne". Er äußerte die Vermutung, "Geldwäsche" könne eine Rolle gespielt haben. Schon früher einmal sei die 29-Jährige mit dubiosen Geschäftsleuten in Kontakt gekommen. Er habe ihr das aber ausgeredet, hieß es in der Erklärung des Angeklagten.

Der Verteidiger des 51-Jährigen warf der Hauptbelastungszeugin, einer Freundin der getöteten Frau, vor, die Unwahrheit gesagt zu haben, als sie behauptet habe, das spätere Opfer habe sich am Abend des Tattages zu einem Spaziergang mit dem Angeklagten im Niddapark getroffen. Die Anklage geht davon aus, dass die 29-jährige Frau bei diesem Treffen wegen der drückenden Schulden aus dem Weg geräumt werden sollte. Der Angeklagte hingegen bestritt, am Tatabend überhaupt im Park gewesen zu sein.

Die 29-Jährige habe ihm von einer Verabredung mit einem unbekannten Dritten erzählt, berichtete der Angeklagte in seiner Erklärung. Erst als sie sich bis in die späte Nacht nicht mehr bei ihm gemeldet habe, sei er mit dem Motorrad losgefahren und habe sie gesucht. In dem Park habe er schließlich die Leiche gefunden. Aus Angst davor, mit ihrem Tod in Verbindung gebracht zu werden, habe er seine Entdeckung verschwiegen und auch die Polizei nicht alarmiert. Auch habe er bei der hastigen Suche nach der Frau sein Mobiltelefon vergessen.

Der Gastwirt geriet in das Visier der Ermittler, als Blutspuren von ihm am Tatort sichergestellt wurden. Das Blut stamme von einer Verletzung, die er beim Ausrutschen auf einer Fliese im Badezimmer erlitten habe, sagte er. Die Staatsanwaltschaft wertet die Blutspur als eines ihrer wichtigsten Argumente für die Täterschaft des Angeklagten. Bis auf dessen Spuren hätten an Tatort und Leiche keinerlei weitere Spuren festgestellt werden können.

Ein Kriminalbeamter sagte in seiner Zeugenaussage über die Vernehmung des Angeklagten, dieser habe von jährlichen Nettoeinkünften von rund 140 000 Euro als Besitzer mehrerer Lokale und Immobilien erzählt. Schulden habe es nach dem Verkauf der gemeinsamen Gaststätte in der Frankfurter Innenstadt gar nicht gegeben, habe der Gastronom erklärt.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, die 29-Jährige habe ihn immer wieder um Geld für den Kauf von Kokain und Alkohol gebeten. "Sie war ein bekanntes Partygirl", fügte er in seiner Erklärung hinzu, "und sehr unstet". Dies sei auch der Grund dafür gewesen, dass es nach dem Kennenlernen vor "sieben, acht Jahren" nur zu einer kurzen Liebesaffäre gekommen sei, hatte er bereits bei der Polizei angegeben.

Die Entdeckung der Frauenleiche mit zahlreichen Messerstichen hatte seinerzeit für viel Aufsehen gesorgt. Die Tote und ihr mutmaßlicher Mörder standen im Jahr 2017 im Mittelpunkt eines Skandals um die Behauptung, in der Silvesternacht hätten zahlreiche Ausländer im Lokal des 51-Jährigen Frauen belästigt. Nachdem sich die Angaben der beiden über den angeblichen "Sex-Mob" als unwahr herausgestellt hatten, stand ihnen im vergangenen Jahr ein Prozess wegen Falschaussage bevor, zu dem es wegen des Mordes an der 29-Jährigen dann nicht mehr kam.

Die Schwurgerichtskammer hat vorerst 17 weitere Verhandlungstage bis Anfang Januar kommenden Jahres terminiert.

dpa

Wegen Untreue in einem Gesamtumfang von rund 200 000 Euro hat sich seit Dienstag eine Buchhalterin vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Der Anklage zufolge nutzte die 50-Jährige ihre Bankvollmacht bei einem Logistikunternehmen zwischen 2016 und Juli 2017 in 24 Fällen, um ungerechtfertigte Überweisungen vom Firmenkonto an sich selbst vorzunehmen.

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