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Panorama Premiere an Uni-Klinik Gießen: Roboter hilft bei Herz-OP mit
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18:31 18.12.2019
OP mit Hilfe eines Robotersystems. Quelle: Andi Mährlein/Universitätsklinikum Gießen/dpa
Gießen

Mit Hilfe eines Robotersystems haben Ärzte am Uni-Klinikum in Gießen eine Herzpatientin operiert und ihr eine Gefäßstütze eingesetzt - nach Angaben der Klinik eine bundesweite Premiere. Die Technik solle helfen, das Verfahren sicherer, besser und präziser zu machen, sagte der Klinikdirektor der Gießener Kardiologie, Christian Hamm, am Mittwoch. Es gehe um feinste Gefäße und es komme auf Millimeter an. Zuvor hatten Ärzte der Patientin und unterstützt von dem Roboter in einem minimalinvasiven Eingriff einen sogenannten Stent in ein verengtes Herzkranzgefäß eingesetzt, um es wieder zu öffnen.

Ein weiterer Vorteil der Technik sei, dass dadurch die Strahlenbelastung für die Ärzte deutlich sinke. Bei derartigen Operationen kommt Röntgenstrahlung zum Einsatz, um die Herzgefäße erkennen zu können. Dank des Roberts müssten die Operateure nun nicht mehr direkt am OP-Tisch stehen. Weltweit wird das Robotersystem nach Angaben des beteiligten Medizintechnikunternehmens Siemens Healthineers an 80 Standorten eingesetzt.

Mit dem Verfahren könne man "sehr exakt mit kleinen Bewegungen Stents nach vorne beziehungsweise zurück bewegen, um es an Ort und Stelle zu bringen", sagte Holger Nef, der mit seinem Team die OP am Mittwoch durchgeführt hatte. Über einen Controller wird demnach der rund eine halbe Million Euro teure Roboter gesteuert. Die Gießener Ärzte wollen nun weitere Erfahrung mit der Technik sammeln, eingebettet in Forschungsprojekte.

Robotergestützte Operationen werden bereits in verschiedenen Medizinbereichen durchgeführt. In der Kardiologie gebe es das bislang so nicht, sagte Benny Levenson, Vorstandsmitglied beim Bundesverband Niedergelassener Kardiologen. "Ich glaube, dass man Robotersysteme bei Herzoperationen partiell einsetzen kann. Aber man braucht am Ende immer noch den erfahrenen Arzt." Solche Systeme könnten in der Kardiologie nur der "Co-Pilot an der Seite eines Arztes sein".

Das System soll den Mediziner nicht ersetzen, sondern ein zusätzliches Hilfsmittel sein, sagte Albrecht Elsässer von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Ziel solle sein, in fünf bis zehn Jahren eine solche Technik universell und flächendeckend nutzen zu können. Daher sollen Kardiologen jetzt entsprechend geschult werden.

dpa

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