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Panorama Polizeipräsident sieht Frankfurt "so sicher wie nie zuvor"
Mehr Hessen Panorama Polizeipräsident sieht Frankfurt "so sicher wie nie zuvor"
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14:22 11.03.2021
Ein Schild mit dem Schriftzug “ Polizei“ hängt an einer Polizeiwache.
Ein Schild mit dem Schriftzug “ Polizei“ hängt an einer Polizeiwache. Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat die Mainmetropole angesichts steigender Aufklärungs- und sinkender Fallzahlen als "so sicher wie nie zuvor" bezeichnet. Obwohl die Bevölkerung in den vergangenen 20 Jahren um etwa 120 000 Menschen gewachsen sei, habe die Zahl der Straftaten stagniert und sei zuletzt sogar zurückgegangen, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik. So ging die Zahl der Straftaten insgesamt um 10,1 Prozent auf 102 421 Fälle zurück. Den größten Anteil daran hatten die knapp 30 000 Diebstähle, die 28,8 Prozent der Straftaten ausmachten, gefolgt von ausländerrechtlichen Verstößen mit 16,7 Prozent. Dazu zählen etwa abgelaufene Aufenthaltserlaubnisse oder Verstöße gegen Melderegelungen.

Für einige Besonderheiten in der Statistik sorgte im vergangenen Jahr die Corona-Pandemie. So gab es deutliche Rückgänge bei Tankstellen- und Kreditkartenbetrug. Hierzu dürften die während des Lockdowns geschlossenen Geschäfte und die hohe Zahl von Menschen im Homeoffice beigetragen haben, hieß es: Für viele Straftaten fehlte während der Pandemie die Gelegenheit.

Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle etwa ging mit 1041 auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen zurück. Ein historischer Tiefststand seit 1987 wurde auch bei den Autodiebstählen festgestellt. Mit 1579 Fällen waren es 18,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unter den Taten, die im Zusammenhang mit Corona standen, machte Subventionsbetrug mit 230 Fällen rund ein Drittel der Fälle aus, sagte Bereswill. Hier habe es sich überwiegend um kriminelle Versuche gehandelt, an Soforthilfen zu kommen. Insgesamt 100 Diebstähle machten mit 14,4 Prozent die zweithäufigste Art von den Straftaten mit Corona-Bezug aus. Die Bandbreite reichte vom Diebstahl von 39 Paletten mit Schutzausrüstung aus einer Spedition am Frankfurter Flughafen mit einem Gesamtschaden von 600 000 Euro bis zu einem Autoaufbruch, bei dem im vergangenen Frühjahr lediglich eine große Packung Toilettenpapier gestohlen wurde.

Hinzu kamen 2279 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Corona. Den größten Anteil hatten mit 66 Prozent oder 1516 Fällen Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen. An zweiter Stelle folgten mit 14,9 Prozent Verstöße gegen die Pflicht einer Mund-Nase-Bedeckung. Hier kam es in 343 Fällen zu einem Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Lockdown der Szene-Lokale, aber auch weniger Mobilität zeigten auch Wirkung beim Drogenhandel im Frankfurter Bahnhofsviertel: Während Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz um 468 Fälle oder 15,1 Prozent zurückgingen, stiegen die übrigen Delikte um 369 Fälle oder acht Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-777461/3

dpa