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Panorama Polizei hebt mutmaßliches Schleusernetz aus
Mehr Hessen Panorama Polizei hebt mutmaßliches Schleusernetz aus
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17:00 09.12.2020
Ein Fahrzeug der Polizei ist im Einsatz. Quelle: Jens Wolf/zb/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Hamburg/Offenbach

Weil sie in den vergangenen Jahren elf Chinesen illegal nach Deutschland eingeschleust haben sollen, hat die Polizei eine Frau und einen Mann in Frankfurt festgenommen. Außerdem haben Beamte bei der Aktion am Mittwoch Wohn- und Geschäftsräume von elf weiteren Beschuldigten in Frankfurt, Hamburg und Offenbach durchsucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und die Bundespolizei mitteilten. "Es besteht der Verdacht, dass man eine Schleuser-Infrastruktur aufgebaut hat", sagte Oberstaatsanwaltschaft Georg Ungefuk.

Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern hat ein Haftrichter am Amtsgericht Frankfurt am Mittwoch Haftbefehl gegen die Hauptbeschuldigten, eine 40 Jahre alte Frau und einen Mann im Alter von 36 Jahren, erlassen. Aus Sicht der Ermittler haben die Deutschen Ausländerbehörden getäuscht, indem sie Scheinfirmen gründeten und für angeblich benötigten Führungskräfte Aufenthaltstitel organisierten. Weder habe es für die Unternehmen entsprechenden Geschäftsräume noch wirtschaftliche Aktivitäten gegeben, teilten die Ermittler mit. Für ihre Dienste sollen die mutmaßlichen Schleuser Zahlungen in Höhe von 7500 Euro bis 180 000 Euro entgegengenommen haben. Bei weiteren fünf Beschuldigten habe es sich um aktuelle und frühere Mitarbeiter der Firma gehandelt, welche die Hauptbeschuldigten mit Sitz in Frankfurt und Niederlassungen in China betrieben hatten.

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Die Ermittlungen richteten sich zudem gegen einen 56 Jahre alten Anwalt aus dem Rhein-Main-Gebiet. Er und zwei seiner Mitarbeiter, ein 38 Jahre alter Deutscher und eine 29 Jahre alte Chinesin, sollen die Hauptbeschuldigten unterstützt haben. Beschuldigt wird auch eine Versicherungsvermittlerin. Die 64 Jahre alte Frau soll chinesische Staatsangehörige zum Schein in ihrer Frankfurter Agentur beschäftigt haben.

An den Durchsuchungen am Mittwoch nahmen fast 200 Beamte der Bundespolizei sowie vier Staatsanwälte der Eingreifreserve teil. Sie hätten Unterlagen, Computer und Datenträger sichergestellt, hieß es.

dpa