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Panorama Polizei blitzt bei Aktionstag in Hessen
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16:21 21.04.2021
Polizisten blitzen beim "Blitzmarathon".
Polizisten blitzen beim "Blitzmarathon". Quelle: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild
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Gießen/Wiesbaden

Mit hoher Kontrolldichte hat es die hessische Polizei bei einem Aktionstag am Mittwoch auf Raser abgesehen gehabt - und zunächst nur wenige erwischt. Der Standort der Blitzer beim europaweiten "Speedmarathon" war auch vorher bekanntgegeben worden. Von 6.00 bis 22.00 Uhr am Mittwoch wollten mehr als 500 Polizisten und Mitarbeiter von Kommunen an landesweit mehr als 200 Messstellen präsent sein. Ziel war, auf die Folgen überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen.

Zur Halbzeit am Mittwochnachmittag erklärte die Polizei, das Gros der Verkehrsteilnehmer sei offensichtlich gut informiert und halte sich weitestgehend an die Geschwindigkeiten. Einige besonders dreiste Fälle gab es dennoch: An einer Messstelle im Lahn-Dill-Kreis an der Bundesstraße 255 sei ein Autofahrer trotz Regens mit 153 Kilometern pro Stunde geblitzt worden, 100 wären erlaubt gewesen. Bei erlaubten 60 sei ein Lastwagenfahrer mit 83 Kilometern pro Stunde während eines Überholvorgangs erwischt worden.

Mit etwa zwei Prozent habe auch das Polizeipräsidium Westhessen eine insgesamt niedrige Beanstandungsquote gemeldet, die unter den Werten üblicher Messtage lag. Dennoch ging den Beamten ein Autofahrer ins Netz, der auf der Autobahn 3 am Wiesbadener Kreuz mit 177 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sei, 100 wären erlaubt gewesen. Ruhig verlief der Tag den Angaben zufolge in Süd- und Osthessen.

Organisiert wird der alljährliche Aktionstag vom europaweiten Polizeinetzwerk "European Roads Policing Network" (Roadpol), das die Zahl der Unfallopfer senken will. Zu schnelles Fahren sei die Hauptursache schwerer Unfälle. "Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kavaliersdelikte, sie werden von den Betroffenen überwiegend bewusst und kalkuliert begangen", erklärte die Polizei.

Laut Polizei verunglückten 2020 bei Verkehrsunfällen auf Hessens Straßen 22 614 Menschen, 3831 davon schwer. 205 Personen kamen ums Leben - ein historisch niedriger Wert, der auf die Verkehrsabnahme wegen der Corona-Beschränkungen zurückzuführen ist.

Zu schnelles Fahren bleibe aber Hauptunfallursache, erklärte die Polizei. Sie spricht im Zusammenhang mit dem Aktionstag vom "Killer Nr. 1" im Straßenverkehr. Bei der Hälfte der Getöteten hatte 2020 nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zum Unfall beigetragen, zudem bei mehr als jedem vierten Unfall mit Schwerverletzten.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-293221/3

dpa