Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Hochkonjunktur für Pilze: "Noch nie so viele gesehen"
Mehr Hessen Panorama Hochkonjunktur für Pilze: "Noch nie so viele gesehen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:22 26.10.2019
Ein Korb mit Waldpilzen steht auf einem Baumstamm. Quelle: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
Frankfurt/Kassel

Pilzsammler finden momentan beste Bedingungen in Hessens Wäldern vor. "Da es mit Ausnahme von Süddeutschland in den meisten anderen Regionen in Deutschland über den Sommer lange Zeit zu trocken war, kommen die Pilzfruchtkörper nun nach größeren Niederschlägen seit ein paar Wochen in großen Mengen innerhalb kurzer Zeit aus dem Boden", sagt Peter Karasch, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie in Frankfurt. Viele Pilzsammler seien gerade begeistert, weil sie zum Beispiel noch nie so viele Steinpilze auf einmal gesehen hätten.

Zur Zeit könne man alle gängigen Speisepilzarten wie Krause Glucken, Pfifferlinge, Riesenschirmlinge (Parasol) und Steinpilze finden. Man solle sich aber vor dem Verzehr mit der Bestimmung sicher sein, erklärt Karasch. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie empfiehlt Einsteigern daher Pilzwanderungen und Kurse, wie sie zum Beispiel von Volkshochschulen oder speziellen Pilzschulen in Deutschland angeboten werden.

Doch die Sammelleidenschaft kann übertriebene Formen annehmen: Vor wenigen Tagen erwischte die Polizei im Hunsrück in Rheinland-Pfalz einen Mann mit 19 Kilogramm Pilzen - das meiste waren geschützte Steinpilze. Den Mann erwartet laut Ermittlern ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. So extreme Fälle seien in Hessen nicht bekannt, sagt Michelle Sundermann, Sprecherin bei Hessen Forst in Kassel. Allerdings sei gerade mit einem "vermehrten Sammleraufkommen" in den Wäldern zu rechnen.

Dabei gelte für Pilze die sogenannte Handstraußregelung, nach der kleinere Mengen für den eigenen Verzehr gesammelt werden dürften. Zuständig bei übereifrigen Sammlern seien die Naturschutzverwaltungen. "Wir melden solche Fälle an die Behörden oder greifen ein, wenn wir Akkord-Sammlern begegnen", erklärt Sundermann.

"Eigennütziges Verhalten zum Schaden anderer Pilzsammler kommt leider immer wieder vor", sagt auch Karasch. Aufklärungsquote und Kontrollen in Wäldern seien marginal. "Wir können nur an die Vernunft der Menschen appellieren und uns einen schonenden Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen wünschen."

Naturschützer haben noch weitere Sorgen: "Ich sehe die Probleme in Wäldern der Ballungsgebiete", sagt Rüdiger Klein vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Dort gingen Sammler in Massen durchs Unterholz und zerstörten Mikrobiotope und Moospolster. Außerdem habe der Pilz keine Möglichkeit, sich genetisch zu erneuern, wenn der Fruchtkörper immer wieder entfernt werde. "Ich kann mir vorstellen, dass das zu einem starken Rückgang führt." Allerdings sei das nur einer von mehreren Faktoren, die das Pilzwachstum beeinflussten.

Wie lange die Pilzsaison noch dauert, hängt vom Wetter ab: "Die Saison klingt in der Regel mit den ersten stärkeren Nachtfrösten aus", erklärt Karasch. Danach könne man sogenannte Winterpilze wie Austernseitlinge und Samtfußrüblinge suchen.

dpa

Eine Fahrradfahrerin ist im Landkreis Fulda von einem Auto erfasst worden und hat dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten. In einer langgezogenen Rechtskurve sei die 60 Jahre alte Radfahrerin mit dem Auto einer 20-Jährigen kollidiert, teilte die Polizei am Freitagabend mit.

25.10.2019

Ein 28-Jähriger ist in Nordhessen mit Messerstichen schwer verletzt worden. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen einen 18-Jährigen, teilte die Polizei am Freitagabend mit.

25.10.2019

Nach der brutalen Tötung einer Frau auf offener Straße in Limburg ist gegen den Ehemann Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, wie die Polizei in Limburg am Freitagabend mitteilte.

25.10.2019