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Panorama Philosophen-Wanderweg im Opel-Zoo soll gesperrt werden
Mehr Hessen Panorama Philosophen-Wanderweg im Opel-Zoo soll gesperrt werden
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10:02 30.06.2019
Ein Schild mit der Aufschrift «Philosophenweg» steht auf dem Gelände des Opel-Zoos. Quelle: Silas Stein/Archivbild
Kronberg/Königsstein

Es ist wohl einer der ungewöhnlichsten Spazierwege Hessens: Auf der einen Seite sieht man Wald und dichtes Gestrüpp, auf der anderen Seite kann dem Wanderer schon mal ein Kamel begegnen. Der Philosophenweg entlang des Opel-Zoos im Taunus ist für viele der Geheimtipp, sich den Zoo-Eintritt zu sparen und trotzdem einige Tiere zu sehen. Der Zoo und Kronberg wollen das nach jahrzehntelangen Diskussionen nun endgültig beenden und den Weg für Auswärtige sperren. Ein Königsteiner Bürgerbegehren wehrt sich entschieden und verweist auf die Erhaltung öffentlichen Raumes.

"Der Philosophenweg ist für die Königsteiner eine Art Herzensangelegenheit", sagt Hedwig Schlachter von der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) und eine Vertrauensperson des Bürgerbegehrens. Etwa die Hälfte der 1300 benötigten Unterschriften hätten die Aktivisten bereits gesammelt. Statt kostenlosem Tiere-Gucken geht es ihnen um die Erhaltung "einer uralten und traditionsreichen Verbindung zwischen Königstein und Kronberg".

Der Weg sei zuerst dagewesen, der Zoo habe sich erst über die Jahrzehnte darum ausgebreitet. Schlachter versteht die Haltung des Zoos, sagt aber auch: "Wir sind hier im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet, da ist der Raum für Menschen und Tiere extrem knapp. Da wird natürlich um jeden Quadratmeter gerungen." Kinder nutzten den Weg zudem als Schulweg.

Auf der anderen Seite steht Zoodirektor Thomas Kauffels, dem es um einen reibungslosen Ablauf seines Zoobetriebs und die Finanzen geht: Wegen des durch den Zoo führenden öffentlichen Weges müssten seine Mitarbeiter mit großem Aufwand gleich mehrfach Karten kontrollieren, die Wanderer nähmen den regulären Zoobesuchern die Parkplätze weg. Zudem sei der Zoo durch den Weg immer zugänglich, was ein Sicherheitsproblem sei. "Es geht doch nur darum, dass die Leute kostenlos durch den Zoo wollen", ärgert er sich über den ewigen Streit. Als Privatzoo müsse er ohne öffentliche Förderung auskommen, alles werde über die Eintrittskarten finanziert. Als Verbindung zwischen den Orten werde der Weg kaum genutzt.

Ab Frühjahr kommenden Jahre will Kauffels endlich Herr über den Philosophenweg sein: Dann soll der von den Kronberger Stadtverordneten bereits beschlossene neue Zoo-Bebauungsplan durch alle Gremien durch sein. Damit bleibt der Weg dann zwar im Besitz der Gemeinde, wird aber Teil des Zoogeländes. Kauffels will ihn dann mit Ein- und Ausgängen absperren. Als Kompromiss erhalten dann Kronberger und Königsteiner die Zoo-Jahreskarte zum halben Preis oder einen Chip, mit dem sie den Weg passieren können. Dies muss allerdings in einer Stunde geschehen.

Mit dem Zeitlimit sind die Gegner zwar einverstanden, lehnen aber die Chip-Lösung ab. "Es soll auch möglich sein, mit Besuch den Weg zu passieren", sagte Schlachter. Doch die Einflussmöglichkeiten des Königsteiner Bürgerbegehrens sind begrenzt: Der Weg und der Zoo liegen überwiegend auf Kronberger Gemarkung. Es gibt aber zu der Chip-Lösung einen vor wenigen Wochen geschlossenen Vertrag mit Königstein, der bei Erfolg des Bürgerbegehrens dann gekündigt werden könnte. Die Aktivisten vermuten, dass Kronberg den Weg dann in Eigenregie sperrt - was einen Rechtsstreit zur Folge haben könnte: "Man kann nicht einfach einseitig einen Durchgangsweg sperren."

dpa

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