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Panorama Pfefferspray-Einsatz legt Nahverkehrszug lahm: Haft
Mehr Hessen Panorama Pfefferspray-Einsatz legt Nahverkehrszug lahm: Haft
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13:21 09.07.2020
Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Quelle: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Darüber hinaus verfügten die Richter am Donnerstag die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie. Er hatte im Vorfeld bereits einen Mitbewohner einer Einrichtung mit schweren Steinen beworfen und mit einem Messer bedroht, er war zu diesem Zeitpunkt allerdings schuldunfähig. AZ 3260 Js 248061/19

In der Regionalbahn zwischen Hauptbahnhof und Frankfurt-Höchst hatte der stark betrunkene Mann im August 2018 zunächst eine Frau unsittlich berührt. Daraufhin mischten sich mehrere Fahrgäste ein, von denen einer dem Angeklagten einen Faustschlag ins Gesicht zufügte. Bei dem darauffolgenden massiven Pfefferspray-Einsatz wurden neben 50 Fahrgästen auch der Zugführer in Mitleidenschaft gezogen, der das Spray über die Klimaanlage abbekam. Der Zug musste schließlich angehalten, geräumt und die Fahrgäste ärztlich untersucht werden.

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Das Gericht ging bei dem Pfefferspray-Einsatz von einer Schuldfähigkeit des Täters aus, der erst einen Tag zuvor mit entsprechender Medikation aus der Psychiatrie entlassen worden sei. In dem Prozess hatte der Mann erklärt, sich an nichts mehr erinnern zu können. Strafverschärfend wertete das Gericht, das von sexueller Belästigung und gefährlicher Körperverletzung ausging, die "massive Beeinträchtigung des Betriebsablaufs der Bahn". Die Staatsanwaltschaft hatte gleichwohl auf eine Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr verzichtet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa