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Panorama Noch mehr E-Scooter: Größtes Angebot weiter in Frankfurt
Mehr Hessen Panorama Noch mehr E-Scooter: Größtes Angebot weiter in Frankfurt
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09:35 07.03.2020
Eine Teilnehmerin ist beim Fahrsicherheitstraining für E-Scooter auf einem Übungsplatz unterwegs. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Es wird wärmer und ist länger hell - damit kann auch die E-Scooter-Saison beginnen. Zu leihen gibt es die batteriebetriebenen kleinen Flitzer bisher in Frankfurt und Wiesbaden. Den anderen größeren Städten in Hessen liegen einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge noch keine konkreten Informationen vor, dass ein Verleih-Anbieter bei ihnen starten will. In Frankfurt hält der Zulauf dagegen an. Auf mehr als 6000 könne die Zahl der bunten E-Tretroller in der Stadt bis zum Sommer steigen, schätzt das Verkehrsdezernat.

Seit Ende Juni 2019 gibt es E-Scooter in der Frankfurter Innenstadt auszuleihen. Inzwischen buhlen neben dem Berliner Unternehmen Tier sowie den US-Firmen Lime und Bird zwei weitere um Kunden: der schwedische Verleiher Voi und die Berliner Firma Wind. Der Anbieter Circ wurde von Bird übernommen. Die erwartete Marktbereinigung sei aber so schnell wohl nicht in Sicht, schätzt Hans Preißl, Referent im zuständigen Frankfurter Dezernat.

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Die Zahl der Beschwerden über kreuz und quer auf Fußgängerwegen abgestellte E-Scooter sei zuletzt gesunken, was an einer gewissen Gewöhnung, aber auch am winterlichen Wetter liegen könne. Die Polizei registrierte bislang eine Unfallzahl "im oberen zweistelligen Bereich", in etwa einem Viertel der Fälle spielte Alkohol eine Rolle, wie eine Sprecherin sagte. Im Sommer werde es wieder Schwerpunktkontrollen der Elektro-Flitzer geben.

Der Anbieter Tier hat derzeit eigenen Angaben zufolge rund 1500 Scooter in Frankfurt stehen, eine Erweiterung sei möglich. Lime wollte keine Angaben machen, kündigte aber einen Ausbau der Flotte und des Betriebsgebiets an. Genaue Zahlen gab auch Wind nicht bekannt. Bird berichtete von mehreren hundert Scootern in der Stadt, abhängig von Wetter und Nachfrage. Voi startete mit etwas mehr als 500 Rollern - dies sei "erst ein kleiner Anfang", erklärte ein Sprecher. Auch eine Expansion in eine weitere hessische Stadt sei möglich.

Scooter von Lime und Tier sind auch in Wiesbaden unterwegs - und nach Einschätzung des Verkehrsdezernats "Teil des innerstädtischen Mobilitätsangebots geworden". Eine bessere Kontrolle der Anbieter in Sachen Scooter-Abstellen wäre aber nötig. Um verbindliche Regelungen aufzustellen, fehlten den Kommune weiterhin die rechtlichen Möglichkeiten, erklärte ein Sprecher: "So ist die Stadt beispielsweise sehr stark auf die Kooperation der Anbieter angewiesen, wenn es um Anliegen wie die Begrenzung der Flottengröße in bestimmten Stadtbereichen geht." Der Wiesbadener Polizei sind noch keine schwerwiegenden Unfälle aufgefallen, wie ein Sprecher sagte.

Fulda, Darmstadt und Kassel liegen nach Auskunft der städtischen Pressestellen keine verbindlichen Anfragen von Unternehmen vor. Allerdings sind auch dort Scooter unterwegs, denn es gibt sie im Handel zu kaufen, und mit der entsprechenden Zulassung steht der Fahrt nichts im Wege.

Den Polizeipräsidien sind dazu keine großen Auffälligkeiten bekannt. In der Stadt und im Landkreis Kassel etwa wurde ein Unfall aufgenommen, an dem einer der Roller beteiligt war. Der Fahrer wurde von einem Auto angefahren und leicht verletzt, berichtete eine Polizeisprecherin. Bei Kontrollen der wenigen Scooter, die in Nordhessen unterwegs seien, seien keine gravierende Verstöße festgestellt worden.

dpa

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