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Panorama Nicht mehr alle zusammen und früher: Kröten wandern bald los
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05:45 21.02.2020
Im Lichtschein eines vorbeifahrenen Autos krabbelt eine Kröte über eine Landstraße. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Gießen

Schon länger sei zu beobachten, dass die Wanderungen früher im Jahr starteten als beispielsweise noch vor 20 oder 30 Jahren. Eine weitere Folge der Klimaveränderung sei, dass die Tiere nicht mehr alle gleichzeitig, sondern über einen längeren Zeitraum und in eher kleinen Gruppen unterwegs seien.

"Früher waren in ein bis zehn Tagen rund 80 Prozent der Tiere durch", erklärte Jünemann. Inzwischen zögen sich die Wanderungen über mehrere Wochen hin. Das berge teils erhebliche Risiken, denn die Massenwanderung habe für das Individuum einen guten Schutz etwa vor Beutegreifern bedeutet. "Der Schutz nimmt ab, wenn die Hochzeit über vier Wochen geht und die Tiere nur in Grüppchen unterwegs sind", sagte der Förster.

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Das Engagement vieler Ehrenamtlicher, Froschlurche an den Schutzzäunen einzusammeln und über die Straße zu tragen, sei sehr wichtig, betonte Jünemann. Aber auch die Helfer spürten Veränderungen: Sie müssten über einen längeren Zeitraum regelmäßig die Zäune kontrollieren und hätten oft nur wenige Tiere in den Eimern.

Wegen des insgesamt dramatischen Rückgangs der Amphibienbestände in den vergangenen Dekaden seien inzwischen meist nur noch Erdkröten zu beobachten sowie einzelne Grasfrösche, sagte Jünemann. "Die Hälfte unserer heimischen Lurche ist in der Landschaft praktisch nicht mehr flächendeckend vorhanden." Es gebe nur noch Inselvorkommen.

dpa

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